Das Paar NZD/USD gewinnt im frühen europäischen Handel am Dienstag an Fahrt und notiert bei rund 0,5860. Höhere Inflationsdaten aus Neuseeland stützen den neuseeländischen Dollar (NZD) gegenüber dem US-Dollar (USD). Der US-ADP-Beschäftigungsbericht wird später am Dienstag veröffentlicht.
Der Verbraucherpreisindex (VPI) Neuseelands stieg im Dreimonatszeitraum bis Juni um 1,5 % gegenüber dem Vorquartal, wobei die jährliche Inflationsrate von 3,1 % auf 4,1 % anstieg, wie Statistics New Zealand am Dienstag mitteilte. Es war die höchste jährliche Rate seit Dezember 2023, und der vierteljährliche Anstieg war der höchste seit September 2023.
Der Kiwi stärkt sich gegenüber dem USD nach den Daten, da die Geldmärkte die Erwartungen festigten, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) die Zinsen erneut anheben wird. Händler rechnen laut Bloomberg mit einer weiteren Zinserhöhung entweder im Oktober oder Dezember sowie einer weiteren im Februar.
Auf der US-Seite könnten Anzeichen einer abkühlenden US-Inflation die Möglichkeit einer US-Zinserhöhung später in diesem Jahr verringern und den Greenback belasten. Die Märkte gehen weiterhin davon aus, dass die Zinsen bei der nächsten Fed-Sitzung am 29. Juli unverändert bleiben, wobei Fed Funds Futures eine implizite Wahrscheinlichkeit von 84,5 % für eine Beibehaltung einpreisen, verglichen mit 61,5 % vor einem Monat, so das CME FedWatch Tool.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.