Der Euro könnte in den kommenden Wochen Unterstützung erhalten, da die Märkte geopolitische Risiken und die unterschiedliche Ausrichtung der Notenbanken neu bewerten. Darauf verweist Philip Wee von DBS Group Research. Im Fokus stehen die Forderungen von Fed-Chef Kevin Warsh nach einem Ende der Forward Guidance, während die Europäische Zentralbank (EZB) mit einem klareren geldpolitischen Rahmen punkten könnte. Im Mittelpunkt der Analyse steht die Frage, ob der EUR/USD seine jüngste Handelsspanne nach oben verlassen kann.
„Vor dem Hintergrund des volatilen geopolitischen Umfelds könnte der Euro in den kommenden zwei Wochen Unterstützung erhalten. Ausschlaggebend dürfte die Präferenz der Märkte für den neuen und transparenten geldpolitischen Orientierungsrahmen der Europäischen Zentralbank gegenüber der Kampagne von Fed-Chef Kevin Warsh sein, die Forward Guidance zu beenden.“
„Die EZB hat für ihre Ratssitzung am 23. Juli eine taktische Pause signalisiert. Der Markt preist derzeit jedoch mit einer Wahrscheinlichkeit von 87,8 % eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 2,50 % bei der darauffolgenden Sitzung am 10. September ein. Bestätigt die EZB diesen Kurs, könnte das Währungspaar EUR/USD die enge Handelsspanne dieses Monats zwischen 1,1360 und 1,1480 nach oben verlassen.“
„Warsh machte dagegen bei seiner Anhörung vor US-Abgeordneten in der vergangenen Woche deutlich, dass er für die Zinssitzung im September wieder eine ,Unsicherheitsprämie‘ in die Marktbewertung zurückbringen will. Bei der FOMC-Sitzung am 28. und 29. Juli wolle er mit seinen Kollegen innerhalb der Fed eine ,ehrliche interne Diskussion‘ anstoßen.“
„Die Märkte dürften zunehmend nervös werden. Denn die Straffung der FOMC-Erklärung sowie Warshs Weigerung, bei seiner ersten FOMC-Sitzung im Juni eigene Prognosen vorzulegen, könnten als Vorbote dafür gewertet werden, dass die sogenannten Dot Plots und die Zusammenfassung der Wirtschaftsprojektionen bei der September-Sitzung ihren bisherigen Einfluss auf die Märkte verlieren.“