Das Währungspaar AUD/USD gibt am frühen Montag im asiatischen Handel auf rund 0,6975 nach. Der Australische Dollar (AUD) setzt den Rückgang unter die psychologische Marke von 0,7000 aufgrund der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten fort.
The Guardian berichtete, dass das US-Zentralkommando (CENTCOM) den Tod eines weiteren Soldaten bekanntgab, während es am Sonntag weitere Luftangriffe auf den Iran startete, als Reaktion auf die Tötung amerikanischer Truppen. Das US-Militär teilte mit, dass der Soldat am Samstag im Irak während der „kontrollierten Sprengung“ einer abgeschossenen iranischen Drohne getötet wurde.
Beide Seiten wurden in den letzten Tagen beschuldigt, kritische Infrastruktur angegriffen zu haben. Unterdessen hat Washington seine Blockade der iranischen Häfen wieder verhängt, und Teheran hat die Straße von Hormus für geschlossen erklärt und US-Verbündete in der Region ins Visier genommen. Der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran könnte eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und dem Paar Gegenwind verleihen.
Schwächere als erwartete US-Verbraucher- und Erzeugerpreisinflationsdaten, die letzte Woche veröffentlicht wurden, haben die Wetten auf Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) gedämpft. Dies könnte wiederum den USD gegenüber dem Aussie belasten.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im Juli lag laut dem CME FedWatch Tool bei 14 %, gegenüber einer implizierten Chance von 25 % in der Vorwoche. Händler preisen bis Dezember Zinserhöhungen von 30 Basispunkten (bps) ein.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.