Das Paar USD/CAD verliert am frühen Freitagmorgen in der europäischen Sitzung an Dynamik und nähert sich der Marke von 1,4145. Der US-Dollar (USD) schwächt sich gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD) ab, da die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) nachlassen.
Die Protokolle der Fed-Sitzung vom 16. bis 17. Juni, der ersten unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, zeigten, dass die Sorge der Entscheidungsträger über die hohe Inflation zunahm, und einige Teilnehmer sahen einen Grund für Zinserhöhungen.
Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, erklärte am Donnerstag, dass er trotz der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten im Nahen Osten nicht mit einem anhaltenden Anstieg der Energiepreise im weiteren Jahresverlauf rechne.
Laut dem CME FedWatch Tool sind die Erwartungen für eine Zinserhöhung von mindestens 25 Basispunkten (bps) bei der Juli-Sitzung von 31 % in der vorherigen Sitzung auf 24,6 % zurückgegangen, aber im Vergleich zu 18,2 % vor einer Woche gestiegen. Für die September-Sitzung preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 62,3 % für eine Zinserhöhung ein, was einem Rückgang von 66,6 % am Mittwoch, aber einem Anstieg gegenüber 54,1 % vor einer Woche entspricht.
Die Rohölpreise bleiben angesichts des verlangsamten Verkehrs im Persischen Golf auf hohem Niveau. Am späten Donnerstag berichteten iranische Beamte und staatliche Medien von mehreren Explosionen im Süden des Landes, darunter in der Nähe der Nuklearanlage Bushehr. Die Berichte folgten auf eine frühere Welle von US-Angriffen, auf die iranischer Raketenbeschuss auf eine US-Basis in Jordanien folgte. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutender Ölexporteur ist und hohe Rohölpreise in der Regel positive Auswirkungen auf den Loonie haben.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.