EUR/USD baut seine Gewinne am zweiten Tag in Folge aus und handelt während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag um 1,1430. Der Euro (EUR) erhält Unterstützung gegenüber dem US-Dollar (USD) vor der Veröffentlichung der deutschen Handelsbilanzdaten im Laufe des Tages. Die Händler werden ihren Fokus voraussichtlich auf die am Freitag erscheinenden Daten zum Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) richten.
Der US-Dollar (USD) schwächelt, da die Protokolle der Fed-Sitzung im Juni eine wachsende Kluft unter den Entscheidungsträgern während Kevin Warshs Debütsitzung als FOMC-Vorsitzender am 16.–17. Juni hervorhoben. Während ein Teil des Ausschusses erwartete, dass der Leitzins, der derzeit in einer Zielspanne von 3,50 % bis 3,75 % liegt, das Jahr wahrscheinlich unverändert oder niedriger beenden würde, argumentierte eine restriktive Fraktion nachdrücklich, dass anhaltender Preisdruck bis zum Jahresende eine Zinserhöhung erfordern würde.
Diese interne Uneinigkeit hat jedoch die Markterwartungen bestärkt, dass die US-Notenbank die Zinssätze länger höher halten wird, um der hartnäckigen Inflation entgegenzuwirken. Als Spiegelbild dieser restriktiven Verschiebung zeigte das CME FedWatch-Tool, dass Swap-Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der bevorstehenden Fed-Sitzung auf über 30 % angehoben haben, ein deutlicher Anstieg gegenüber weniger als 20 % noch in der vergangenen Woche.
Der Abwärtsdruck auf den Greenback könnte durch eine verstärkte Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts der eskalierenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran abgefedert werden. Nach zwei Tagen erneuter US-Militärschläge gab der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf eine scharfe Warnung an Washington heraus und erklärte, dass jede weitere amerikanische Aktion eine sofortige Vergeltung auslösen würde. Entscheidend ist, dass Ghalibaf bekräftigte, dass der Zugang zur strategischen Straße von Hormus fest unter iranischer Kontrolle bleibt, was neue Marktängste vor energiebasierten Angebotsstörungen und wiederauflebender globaler Inflation schürt.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.