Charlie Lay von der Commerzbank verweist darauf, dass der USD/THB leicht zugelegt hat, nachdem die jüngsten Inflationsdaten aus Thailand den Kurs einer unveränderten Geldpolitik stützen. Nach Einschätzung des Analysten sprechen die Zahlen dafür, dass die Bank of Thailand den Leitzins zumindest bis zur nächsten Sitzung bei 1 Prozent belassen dürfte.
„Die Verbraucherpreisinflation in Thailand hat sich im Juni den zweiten Monat in Folge abgeschwächt und lag bei 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 2,8 Prozent im Mai. Von Bloomberg befragte Analysten hatten mit 2,7 Prozent gerechnet. Damit blieb die Inflation klar innerhalb des Zielkorridors der Bank of Thailand von 1 bis 3 Prozent. Seit Jahresbeginn lag sie im Durchschnitt bei 1,1 Prozent. Seit April zieht die Inflation kontinuierlich an, nachdem sie von April 2025 bis März 2026 im negativen Bereich gelegen hatte.“
„In den kommenden Monaten dürfte die Inflationsrate über 2 Prozent bleiben und möglicherweise während der gesamten zweiten Jahreshälfte auf diesem Niveau verharren. Begünstigt wird dies durch einen niedrigen Vergleichswert aus dem Vorjahr. Die Lebensmittelpreise stiegen wie bereits im Mai um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Inflation bei den übrigen Gütern schwächte sich auf 3,3 Prozent ab, nach zuvor 4 Prozent. Die Energiepreise legten noch um 13,7 Prozent zu, nach 18,1 Prozent zuvor. Hier wird mit einer weiteren Abschwächung gerechnet, was den allgemeinen Inflationsdruck begrenzen dürfte.“
„Die Kerninflation, bei der Lebensmittel- und Energiepreise ausgeklammert werden, stieg leicht auf 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach zuvor 0,9 Prozent. Von Bloomberg befragte Analysten hatten mit 1,1 Prozent gerechnet. Das Handelsministerium bestätigte zugleich seine Inflationsprognose für 2026 von 1,5 bis 2,5 Prozent. Niedrigere Stromtarife und ein reichliches Angebot an Fleisch dürften ebenfalls dazu beitragen, den Preisdruck zu begrenzen.“
„Aus geldpolitischer Sicht untermauern die Inflationsdaten für Juni die Erwartung, dass die Bank of Thailand den Leitzins bei ihrer nächsten Sitzung am 26. August bei 1 Prozent belassen und diesen möglicherweise bis zum Jahresende unverändert lassen wird. Die größten Risiken bleiben ein erneuter Anstieg der Energiepreise oder höhere Lebensmittelpreise infolge des Wetterphänomens El Niño. Die Währungshüter dürften den jüngsten Inflationsanstieg als beherrschbar einstufen und den aktuellen geldpolitischen Kurs weiterhin als stützend für die Wirtschaft ansehen.“