Das Pfund Sterling verzeichnete während der nordamerikanischen Sitzung moderate Gewinne angesichts wachsender Spannungen im Nahen Osten und der Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, dass das Abkommen mit Iran „vorbei“ sei, nachdem beide Länder in den letzten Tagen Angriffe ausgetauscht hatten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert GBP/USD bei 1,3371, ein Plus von 0,09 %.
In den letzten Tagen tauschten Teheran und Washington Schläge aus, nachdem ersterer zwei Schiffe im Persischen Golf nahe der Straße von Hormuz angegriffen hatte, was eine Reaktion der USA auslöste. Das US CENTCOM gab bekannt, in den letzten zwei Tagen 80 Ziele angegriffen zu haben. Zusätzlich zu den Angriffen verhängten die USA erneut Sanktionen gegen Irans Öl, während Trump mit der Wiederaufnahme der Blockade in Hormuz drohte.
Die Energiepreise sprangen an, wobei die US-Rohöl-Benchmark Western Texas Intermediate (WTI) um fast 5 % auf 75,60 USD stieg.
Auf dem US-Wirtschaftskalender steht die Veröffentlichung des FOMC-Protokolls für Juni an, das erste unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Neben diesem Ereignis könnten geopolitische Entwicklungen und Verbesserungen der Beziehungen zwischen den USA und Iran als Katalysatoren für die Handelssitzung dienen.
Unterdessen steigt der US Dollar Index (DXY), der die Performance der amerikanischen Währung gegenüber den anderen sechs misst, um 0,10 % auf 101,19, gestützt durch den Anstieg von WTI.
Die Geldmärkte sind weiterhin zuversichtlich, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Kreditkosten mindestens einmal im Jahr 2026 erhöhen könnte, mit einer Wahrscheinlichkeit von 94 %. Für die Sitzung im Juli hatten Händler laut Prime Terminal-Daten eine 65%ige Chance auf eine Zinspause eingepreist.
Am Donnerstag steht auf dem US-Wirtschaftskalender die Veröffentlichung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 4. Juli an.
Im Vereinigten Königreich hält die Unsicherheit über die Ernennung des Finanzministers für den kommenden Premierminister Andy Burnham die Anleger nervös. Laut Polymarkets besteht eine 51%ige Wahrscheinlichkeit, dass der linksgerichtete ehemalige Energieminister Ed Miliband die Rolle übernimmt.
In Großbritannien wird die stellvertretende Gouverneurin der Bank of England (BoE), Sarah Breeden, im Fokus stehen, da der Wirtschaftskalender nur wenige Termine aufweist.
Im Tageschart notiert GBP/USD bei 1,3365 und behält einen leicht bärischen kurzfristigen Ton bei, da es unter dem Cluster der einfachen gleitenden Durchschnitte um 1,3401 bleibt und deutlich unter der abwärtsgerichteten Widerstandstrendlinie nahe 1,3509 gedeckelt ist. Der Relative Strength Index (14) bei 53,8 bewegt sich knapp über neutral und deutet auf eine moderate Erholung des Momentums hin, doch diese Verbesserung reicht nicht aus, um die übergeordneten technischen Barrieren zu überwinden, die weiterhin auf das Paar drücken.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand bei den gruppierten 50-, 100- und 200-Tage-Simple-Moving-Averages um 1,3401, gefolgt von einem weiteren Hindernis an der abwärts geneigten Trendliniendurchbruchsstelle nahe 1,3509. Auf der Unterseite definiert die aufwärts gerichtete Unterstützungstrendlinie ausgehend von 1,3159 den strukturellen Boden, und ein klarer Bruch in Richtung dieser Zone würde die vorherrschende bärische Tendenz trotz des derzeit stabilisierenden Momentum-Umfelds wahrscheinlich verstärken.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.