Der Euro (EUR) fällt während der europäischen Handelssitzung am Donnerstag um fast 0,5 % auf nahe 184,00 gegenüber dem japanischen Yen (JPY). Das Paar EUR/JPY fällt, da der japanische Yen (JPY) eine plötzliche starke Aufwärtsbewegung zeigt, die offenbar das Ergebnis einer Intervention Japans ist. Eine offizielle Bestätigung liegt jedoch noch nicht vor.
Die folgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung von Japanischer Yen (JPY) gegenüber den aufgeführten Hauptwährungen heute. Japanischer Yen war am stärksten gegenüber dem Australischer Dollar.
| USD | EUR | GBP | JPY | CAD | AUD | NZD | CHF | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| USD | -0.23% | -0.43% | -0.65% | -0.10% | 0.02% | -0.14% | -0.28% | |
| EUR | 0.23% | -0.19% | -0.42% | 0.12% | 0.24% | 0.12% | -0.05% | |
| GBP | 0.43% | 0.19% | -0.22% | 0.30% | 0.44% | 0.31% | 0.15% | |
| JPY | 0.65% | 0.42% | 0.22% | 0.54% | 0.67% | 0.50% | 0.36% | |
| CAD | 0.10% | -0.12% | -0.30% | -0.54% | 0.12% | -0.01% | -0.18% | |
| AUD | -0.02% | -0.24% | -0.44% | -0.67% | -0.12% | -0.13% | -0.32% | |
| NZD | 0.14% | -0.12% | -0.31% | -0.50% | 0.01% | 0.13% | -0.17% | |
| CHF | 0.28% | 0.05% | -0.15% | -0.36% | 0.18% | 0.32% | 0.17% |
Die Heatmap zeigt die prozentuale Entwicklung der wichtigsten Währungen im Vergleich zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, während die Notierungswährung aus der oberen Zeile ausgewählt wird. Wenn Sie zum Beispiel Japanischer Yen aus der linken Spalte auswählen und sich entlang der horizontalen Linie zum US-Dollar bewegen, wird die prozentuale Veränderung in der Box als JPY (Basis)/USD (Notierungswährung) angezeigt.
In den vergangenen Handelstagen haben japanische Beamte vor Interventionen gewarnt, um übermäßige Einwegbewegungen im Yen einzudämmen.
Am Dienstag sagte Japans Finanzministerin (FM) Satsuki Katayama, dass ihre Regierung „jederzeit angemessen auf Währungsbewegungen reagieren werde, wenn dies erforderlich ist“. Katayama lehnte jedoch Kommentare zu spezifischen Devisenniveaus ab.
Unterdessen zeigt der Euro (EUR) gegenüber seinen wichtigsten Währungspartnern eine gemischte Performance. An der geldpolitischen Front dürften Händler ihre aggressiven Wetten auf die Europäische Zentralbank (EZB) zurückfahren, da die Inflation in der Eurozone nachgelassen hat.
Am Mittwoch wurden die vorläufigen Daten des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone für Juni mit 2,8 % im Jahresvergleich (YoY) veröffentlicht, was unter den Schätzungen von 3 % und dem vorherigen Wert von 3,2 % liegt. Der Kern-HVPI – der volatile Komponenten wie Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak ausschließt – fiel ebenfalls von 2,6 % im Mai auf 2,4 % YoY.
EZB-Vertreter signalisieren zudem, dass die Rückkehr der Ölpreise auf das Niveau vor dem Nahostkrieg die Inflationsprognosen abschwächen könnte. Die Äußerungen des EZB-Politikers und Leiters der belgischen Zentralbank, Pierre Wunsch, die Econostream am Mittwoch veröffentlichte, deuten darauf hin, dass er einer weiteren geldpolitischen Straffung nicht zustimmt, sofern keine Zweitrundeneffekte der Inflation auftreten.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.