Das Paar USD/JPY hält sich im frühen asiatischen Handel am Dienstag stabil in der Nähe von 161,55. Fortschritte in den US-Iran-Friedensgesprächen und Interventionsängste seitens der japanischen Behörden könnten den Aufwärtstrend des Paares begrenzen. Händler werden die Entwicklungen rund um die laufenden Gespräche in der Schweiz zwischen Washington und Teheran genau beobachten.
US-Vizepräsident JD Vance erklärte am Montag, dass die Gespräche zwischen den USA und dem Iran trotz „Drohungen“ und „Gejammer“ „große Fortschritte“ gemacht hätten. Zuvor hatte der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärt, die Verhandlungen hätten „erhebliche Fortschritte“ erzielt.
Die Händler sind angesichts weiterer Schwäche des JPY in Alarmbereitschaft für eine Währungsintervention. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama sagte am Montag, dass die Behörden jederzeit bereit seien, bei Bedarf angemessen auf die Währungsbewegungen zu reagieren.
Andererseits könnte ein hawkischer Ton der US-Notenbank (Fed) helfen, die Verluste des US-Dollars (USD) zu begrenzen. In der vergangenen Woche entschied die Federal Reserve (Fed), ihren Leitzins unverändert zwischen 3,50 % und 3,75 % zu belassen. Die neuen Projektionen der Fed und Kommentare von Kevin Warsh, der seine erste Sitzung als Vorsitzender leitete, waren hawkischer als vom Markt erwartet.
Futures-Händler haben eingepreist, dass die US-Notenbank bei ihrer Sitzung im September wahrscheinlich die Zinsen um 25 Basispunkte (bps) anheben wird, wobei auch eine Bewegung bereits bei der Sitzung im nächsten Monat möglich erscheint.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.