Das Währungspaar GBP/JPY baut seine stetige Intraday-Erholung von einem anderthalb Wochen alten Tief, das am Donnerstagvormittag erreicht wurde, aus und erobert nach der Veröffentlichung der monatlichen britischen Arbeitsmarktdaten die Marke von 214,00 zurück.
Das britische Office for National Statistics (ONS) berichtete, dass die ILO-Arbeitslosenquote in den drei Monaten bis April unerwartet von 5,0% auf 4,9% sank. Zudem stiegen die durchschnittlichen Verdienste ohne Bonus im Jahresvergleich in den drei Monaten bis April um 3,4% gegenüber Schätzungen von 3,2%, während die durchschnittlichen Verdienste einschließlich Bonus im Berichtszeitraum um 4,4% zulegten und damit ebenfalls die Konsensprognose von 4,0% übertrafen. Dies kompensiert einen Anstieg der Zahl der Personen, die Arbeitslosengeld beantragen, von einer revidierten Zahl von 8,3 Tausend auf 31,2 Tausend im Mai und sorgt für einen moderaten Auftrieb des Britischen Pfunds (GBP) und des GBP/JPY-Kreuzes.
Der japanische Yen (JPY) hingegen setzt seine relative Underperformance fort, bedingt durch den anhaltend großen Zinsunterschied zwischen Japan und anderen wichtigen Volkswirtschaften, einschließlich Großbritannien. Dies hält den Carry Trade aktiv und überschattet die historische Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) am Dienstag auf den höchsten Stand seit 1995, was sich als weiterer Faktor erweist, der dem GBP/JPY-Kreuz Rückenwind verleiht. Gleichzeitig bleiben die JPY-Bären angesichts von Spekulationen, dass die japanischen Behörden erneut eingreifen werden, um die heimische Währung zu stützen, in erhöhter Alarmbereitschaft, was weitere Aufwärtsbewegungen des Währungspaares begrenzen könnte.
Tatsächlich haben Japans oberster Devisendiplomat Atsushi Mimura und Finanzministerin Satsuki Katayama wiederholt gewarnt, dass Tokio spekulative Bewegungen genau beobachtet und voll vorbereitet ist, eine weitere Schwäche des JPY einzudämmen. Händler könnten daher auch darauf verzichten, aggressive Richtungswetten auf das GBP/JPY-Kreuz zu platzieren, und stattdessen auf das entscheidende geldpolitische Update der Bank of England (BoE) später am Tag warten, da die Chancen für eine aggressivere Straffung der Geldpolitik schwinden. Tatsächlich kühlten die Wetten auf eine Zinserhöhung der BoE nach der Veröffentlichung schwächer als erwarteter britischer Verbraucherpreisinflationszahlen am Mittwoch ab.
Mit Blick auf das Risiko eines wichtigen Ereignisses der Zentralbank macht der oben genannte gemischte fundamentale Hintergrund eine gewisse Vorsicht geboten, bevor man sich für eine weitere Aufwertung des GBP/JPY-Kreuzes positioniert und auf starke Anschlusskäufe wartet.
Die Bank of England (BoE) trifft ihre Zinsentscheidung am Ende jeder ihrer acht regulären Sitzungen pro Jahr. Verfolgt die BoE einen restriktiven (hawkischen) Kurs in Bezug auf die Inflation und hebt die Zinsen an, wird das in der Regel als positiv (bullish) für das britische Pfund (GBP) gewertet. Umgekehrt gilt: Eine lockere (dovishe) Haltung mit gleichbleibenden oder sinkenden Zinssätzen wird meist als negativ (bearish) für das GBP interpretiert.
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Quelle: Bank of England