USD/CAD setzt seine Gewinne am zweiten Tag in Folge fort und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Freitag um 1,3980. Allerdings könnte die Aufwärtsbewegung des USD/CAD-Paares auf erheblichen Widerstand stoßen, da eine plötzliche Entspannung der geopolitischen Risiken den US-Dollar (USD) aus dem Spiel nehmen könnte.
US-Präsident Donald Trump deutete an, dass ein Friedensabkommen mit dem Iran bereits an diesem Wochenende abgeschlossen werden könnte, ein bedeutender diplomatischer Richtungswechsel nach seiner jüngsten Entscheidung, geplante Militärschläge auf die Energieinfrastruktur Irans zu verschieben. Während ein endgültiger Text noch auf die offizielle Zustimmung beider Nationen wartet, berichtete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars, dass Teheran wahrscheinlich die Bedingungen akzeptieren wird. Laut Trump würde das Abkommen wichtige Schifffahrtswege in der kritischen Straße von Hormus sicher wieder öffnen und feste Zusagen Irans zum Verzicht auf sein Atomwaffenprogramm enthalten.
Diese diplomatische Durchbruch setzte jedoch gleichzeitig die Rohölpreise unter Druck. Da der Kanadische Dollar (CAD) stark rohstoffgebunden ist, schwächten fallende Ölpreise den CAD, was die Schwäche des USD ausglich und effektiv eine Untergrenze für das USD/CAD-Paar bildete, um es höher zu halten.
Unterdessen bleibt die zugrundeliegende Unterstützung für den Greenback nach den am Donnerstag vom US Bureau of Labor Statistics veröffentlichten heißen Inflationsdaten robust. Der US-Erzeugerpreisindex (EPI) stieg im Mai im Jahresvergleich um 6,5%, nach 5,7% im April, und übertraf den Marktkonsens von 6,4%, womit er den höchsten Stand seit November 2022 erreichte. Auf Monatsbasis sprang der EPI um 1,1% gegenüber der Markterwartung von 0,7%.
Dieser Bericht hat die Haltung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zu „höher für länger“ bei den Zinssätzen stark bekräftigt, was den Greenback kurzfristig anheben könnte. John Ryding, Chefökonom bei Brean Capital, kommentierte die Daten und stellte fest, dass die Fed ihr Inflationsziel deutlich stärker verfehlt als ihr Beschäftigungsziel. Ryding fügte hinzu, dass der heiße EPI-Bericht diejenigen im Offenmarktausschuss (FOMC) weiter bestärken sollte, die glauben, dass später im Jahr eine weitere Zinserhöhung erforderlich sein könnte.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.