Das Paar GBP/USD gewinnt während der asiatischen Handelsstunden am Donnerstag an Stärke und notiert bei etwa 1,3385. Das potenzielle Aufwärtspotenzial könnte jedoch angesichts steigender Erwartungen für länger anhaltend höhere US-Zinsen begrenzt sein. Die Märkte könnten im weiteren Tagesverlauf vor dem US-Erzeugerpreisindex (EPI) vorsichtiger werden.
Eine Kombination aus robusten Arbeitsmarktdaten und hoher Inflation aus den USA hat die „höher für länger“-Haltung der Fed gestärkt, was den US-Dollar (USD) beflügeln und dem Hauptwährungspaar Gegenwind verleihen könnte.
Die Märkte preisen laut dem CME FedWatch Tool nun eine Wahrscheinlichkeit von 43,7 % für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im Dezember ein, nach nur etwa 14 % vor einem Monat.
Die Händler werden die nächsten US-EPI-Inflationsdaten genau beobachten, um den Ausblick für die Fed-Zinsen zu beurteilen, insbesondere da Kevin Warsh den Vorsitz übernommen hat. Wichtige Analysten haben Zinssenkungserwartungen nach hinten verschoben. Goldman Sachs erwartet, dass die US-Notenbank die Zinsen bis 2026 unverändert lässt und die nächste Senkung erst 2027 erfolgt.
Auf der britischen Seite sagte der BoE-Politiker Alan Taylor Anfang der Woche, dass die aktuellen Zinssätze restriktiv für die Wirtschaft seien und er keinen Bedarf für eine Zinserhöhung sehe, um den durch den Iran-Krieg gestiegenen Inflationsdruck zu bekämpfen.
BoE-Gouverneur Andrew Bailey erklärte letzte Woche, dass die Bank „keine Eile hat, die Zinsen zu erhöhen.“ Die Händler warten am Freitag auf die monatlichen britischen Bruttoinlandsprodukt (BIP)-Daten, die neue Hinweise auf den Zinspfad der BoE geben könnten.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.