Der Euro (EUR) gibt am Montag einen Teil seiner früheren Gewinne gegenüber dem US-Dollar (USD) ab, da festgefahrene US-Iran-Friedensgespräche die Marktstimmung fragil halten und die Abwärtsbewegung des Greenback begrenzen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels handelt EUR/USD um 1,1723 nach einem Intraday-Hoch von 1,1755. Derweil notiert der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs Hauptwährungen misst, bei etwa 98,47 nach einem Intraday-Tief von 98,22.
Der moderate Rückgang des US-Dollars erfolgt, während US-Iran-Schlagzeilen weiterhin die Kursbewegungen bestimmen. Früher am Tag berichtete Axios unter Berufung auf einen US-Beamten und zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen, dass der Iran den Vereinigten Staaten einen neuen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zur Beendigung des Krieges vorgelegt habe, während die Nuklearverhandlungen auf eine spätere Phase verschoben werden sollen.
Unklarheit bleibt jedoch bestehen, da Washington auf den Vorschlag noch nicht reagiert hat. Es ist unwahrscheinlich, dass US-Präsident Donald Trump, der wiederholt betont hat, dass die Eindämmung des iranischen Nuklearprogramms eine Schlüsselbedingung für jegliche Vereinbarung sei, den Plan akzeptieren wird.
Die Aufmerksamkeit richtet sich zudem auf die bevorstehenden Zentralbanksitzungen später in dieser Woche, bei denen sowohl die Federal Reserve (Fed) als auch die Europäische Zentralbank (EZB) voraussichtlich die Zinssätze angesichts steigender Inflationsrisiken im Zusammenhang mit erhöhten Ölpreisen unverändert lassen werden.

Im Tageschart behält EUR/USD eine leicht bullische kurzfristige Tendenz bei, da die Preise Anzeichen einer Stabilisierung über den 50-, 100- und 200-Tage Simple Moving Averages (SMAs) zeigen. Die Ansammlung dieser SMAs zwischen etwa 1,1650 und 1,1710 deutet auf eine unterstützende Basis unter dem Markt hin, während der Relative Strength Index (RSI) bei rund 55 Punkten auf ein konstruktives, aber nicht überdehntes Momentum hinweist.
Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) ist wieder in Richtung der Nulllinie zurückgegangen, was darauf hindeutet, dass der Aufwärtsdruck sich abschwächt, aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht umkehrt. Der Average Directional Index (ADX) bei etwa 24 signalisiert eine moderate Trendstärke.
Auf der Unterseite könnte ein Durchbruch unter diese Ansammlung von gleitenden Durchschnitten die nächste Unterstützung bei etwa 1,1600 freilegen. Auf der Oberseite wird Widerstand um die Marke von 1,1800 gesehen.
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.