Gold stabil, da Iran-Vorschlag die Marktstimmung hebt, Zinserwartungen Gewinne begrenzen

Quelle Fxstreet
  • Gold hält sich nahe 4.700 USD stabil, während der US-Dollar nach Berichten, dass Teheran einen Plan zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorgelegt hat, nachgibt.
  • Das Metall kämpft trotz eines schwächeren US-Dollars um eine klare Richtung, da Zinserwartungen vor den Sitzungen der Zentralbanken dominieren.
  • Technisch bleibt XAU/USD unter wichtigen gleitenden Durchschnitten gedeckelt, was die kurzfristige Tendenz neutral bis leicht bärisch hält.

Gold (XAU/USD) hält sich zu Beginn der Woche fest, da neue US-Iran-Schlagzeilen die Marktstimmung verbessern, obwohl Gespräche am Wochenende nicht zustande kamen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Metall bei rund 4.704 USD, kaum verändert zum Tagesverlauf nach einem Intraday-Hoch von 4.730 USD.

Ein Bericht von Axios, der sich auf einen US-Beamten und zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen beruft, besagt, dass Iran den Vereinigten Staaten einen neuen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zur Beendigung des Krieges vorgelegt hat, während die Nuklearverhandlungen auf eine spätere Phase verschoben werden sollen. Diese Entwicklung folgt auf die Absage von US-Präsident Donald Trump eines geplanten Besuchs von Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff in Islamabad mit der Begründung, die Iraner hätten „viel angeboten, aber nicht genug“.

Der US-Dollar (USD) geriet nach dem Axios-Bericht unter Druck, während Washington noch nicht reagiert hat. Die Märkte hoffen weiterhin, dass die Gespräche wieder aufgenommen werden könnten, da Teheran seine diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges verstärkt. Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei etwa 98,27 und liegt damit rund 0,26 % unter dem Tagesniveau.

Gold hat jedoch Schwierigkeiten, von dem schwächeren US-Dollar zu profitieren, da Zinserwartungen weiterhin die Kursentwicklung dominieren. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die wichtigen geldpolitischen Sitzungen der Zentralbanken später in dieser Woche, darunter die Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE) und die Bank of Japan (BoJ).

Alle werden voraussichtlich die Zinsen unverändert lassen, da der jüngste Anstieg der Ölpreise die Inflationssorgen wiederbelebt und die Risiken für das Wirtschaftswachstum erhöht hat. Aktuelle Wirtschaftsdaten deuten zudem auf einen Anstieg der Inflation in den wichtigsten Volkswirtschaften seit Beginn des Krieges hin, der vor allem durch höhere Benzinpreise getrieben wird.

Vor diesem Hintergrund erwarten die Märkte, dass die Zentralbanken die Kreditkosten länger hoch halten, was trotz der traditionellen Rolle von Gold als Inflationsschutz und sicherer Hafen ein wesentlicher Gegenwind für das renditelose Metall ist.

Die Händler warten nun auf klarere Signale zum Zinsverlauf von den politischen Entscheidungsträgern, insbesondere von der Fed, da der Krieg Risiken für beide Seiten ihres Doppelmandats – Inflation und Beschäftigung – birgt. Ein hawkishes Signal könnte Gold weiter belasten, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten des renditelosen Vermögenswerts erhöhen.

Mit Blick nach vorn werden die Händler die Entwicklungen im US-Iran-Krieg genau beobachten, insbesondere Fortschritte bei der Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Eine Entscheidung zur Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die wichtige Wasserstraße könnte die Ölpreise senken und die Inflationssorgen lindern. Bis dahin dürfte das Aufwärtspotenzial von Gold begrenzt bleiben.

Der Abwärtstrend dürfte jedoch begrenzt bleiben, da Händler angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheit aggressive Verkäufe vermeiden, während der breitere Aufwärtstrend trotz eines gewissen Momentumverlusts in den technischen Indikatoren intakt bleibt.

Technische Analyse: XAU/USD kämpft unter wichtigen SMAs

Im Tageschart zeigt XAU/USD eine gedeckelte Tendenz, da der Spotkurs über dem 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.257 USD hält, aber unter dem 100-Tage- und dem 50-Tage-SMA bleibt.

Diese Konstellation deutet darauf hin, dass der breitere Aufwärtstrend zwar weiterhin durch langfristige Unterstützung gestützt wird, die kurzfristige Erholung jedoch durch den Widerstand der gleitenden Durchschnitte nach oben begrenzt ist. Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei rund 46, und ein niedriger Average Directional Index (ADX) nahe 20 weist auf ein schwaches, richtungsloses Momentum hin.

Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 100-Tage-SMA nahe 4.746 USD, wobei ein nachhaltiger Ausbruch den 50-Tage-SMA um 4.863 USD freilegen würde. Auf der Unterseite dient der Bereich 4.650–4.600 USD als erste Unterstützungszone, gefolgt vom 200-Tage-SMA nahe 4.257 USD, wo ein klarer Bruch die bärische Tendenz wahrscheinlich verstärken und den Weg für eine tiefere Korrektur öffnen würde.

(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)

Zentralbanken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank haben die Aufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten. Dies erreichen sie, indem sie die Zinsen anpassen und so die Inflation kontrollieren.

Zentralbanken haben ein zentrales Instrument, um die Inflation zu steuern: den Leitzins. Zu festgelegten Terminen veröffentlicht die Bank ihre Zinsentscheidung, in der sie den Leitzins entweder beibehält, senkt oder anhebt. Dies beeinflusst die Zinssätze von Sparguthaben und Krediten, was wiederum Auswirkungen auf das Spar- und Investitionsverhalten der Wirtschaft hat. Zinserhöhungen werden als geldpolitische Straffung bezeichnet, Zinssenkungen als geldpolitische Lockerung.

Eine Zentralbank agiert häufig unabhängig von der Politik. Bevor Mitglieder in den geldpolitischen Rat berufen werden, durchlaufen sie verschiedene Anhörungen und Prüfungen. Jedes Mitglied bringt dabei seine eigene Überzeugung mit, wie die Zentralbank Inflation steuern und die Geldpolitik gestalten sollte. Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die niedrige Zinsen und günstige Kredite fördern, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben – selbst auf Kosten einer leicht über 2 % liegenden Inflation –, werden als „Tauben“ bezeichnet. „Falken“ hingegen bevorzugen höhere Zinsen, um Sparen zu belohnen, und sehen es als ihre Priorität, die Inflation unter Kontrolle zu halten, bis sie bei oder unter 2 % liegt.

Normalerweise wird jede Sitzung einer Zentralbank von einem Vorsitzenden oder Präsidenten geleitet, der zwischen den verschiedenen Lagern – den sogenannten „Falken“ und „Tauben“ – einen Konsens herstellen muss. Kommt es zu einem Patt bei der Abstimmung, entscheidet der Vorsitzende und verhindert so eine 50:50-Stimmengleichheit über mögliche geldpolitische Anpassungen. Der Vorsitzende hält zudem regelmäßig öffentliche Reden, in denen die aktuelle geldpolitische Ausrichtung und zukünftige Erwartungen kommuniziert werden – diese können oft live mitverfolgt werden. Das Ziel einer Zentralbank ist es, ihre geldpolitischen Maßnahmen umzusetzen, ohne dabei heftige Schwankungen bei Zinssätzen, Aktienmärkten oder der eigenen Währung auszulösen. Bereits vor geldpolitischen Sitzungen geben die Mitglieder ihre Einschätzungen indirekt an die Märkte weiter. In den letzten Tagen vor einer Sitzung herrscht jedoch eine „Blackout-Periode“, während der die Mitglieder keine öffentlichen Äußerungen machen dürfen, bis die neuen Maßnahmen offiziell verkündet wurden.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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