EUR/USD bleibt aufgrund erhöhter Marktsorge unter 1,1750

Quelle Fxstreet
  • EUR/USD hält Verluste, da der US-Dollar angesichts erhöhter Vorsicht wegen der Unsicherheit im Nahen Osten zulegt.
  • Trump verlängert den Waffenstillstand, nachdem die zweite Runde der US-Iran-Friedensgespräche gescheitert ist.
  • EZB-Chefin Lagarde warnt, dass die Aussichten für die Eurozone angesichts eines enormen Energieschocks hochgradig unsicher sind.

EUR/USD bleibt am zweiten Tag in Folge gedämpft und handelt während der asiatischen Handelszeiten am Mittwoch um 1,1740. Das Paar hält geringe Verluste, da der US-Dollar (USD) angesichts erhöhter Marktvorsicht aufgrund der anhaltenden Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt an Boden gewinnt.

US-Präsident Donald Trump verlängerte den Waffenstillstand, bis die Verhandlungen zwischen beiden Seiten Fortschritte machen, so Bloomberg. Die US-Blockade gegen iranische Schiffe wird nach dem Scheitern der zweiten Verhandlungsrunde fortgesetzt. Das iranische Militär warnte nach wiederholten Drohungen Trumps vor starken Angriffen auf vorab ausgewählte Ziele.

US-Finanzminister Scott Bessent erklärte am Mittwoch, die Marine werde die Blockade iranischer Häfen aufrechterhalten, um Teherans wichtige Einnahmequellen durch Einschränkung des Seehandels zu treffen. Das britische Verteidigungsministerium teilte mit, dass militärische Planer aus über 30 Ländern sich ab Mittwoch für zwei Tage in London treffen werden, um die Bemühungen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus voranzutreiben und detaillierte Pläne abzuschließen.

Auf der Datenfront stiegen die US-Einzelhandelsumsätze im März im Monatsvergleich (MoM) um 1,7 %, verglichen mit einem Anstieg von 0,7 % (revidiert von 0,6 %) im Februar. Die Zahl übertraf die Markterwartungen von 1,4 %. Im Jahresvergleich (YoY) stiegen die Einzelhandelsumsätze im März um 4,0 % und entsprachen damit dem Wert vom Februar. Auf Seiten der Eurozone werden am Donnerstag die vorläufigen Werte des HCOB-Einkaufsmanagerindex (PMI) erwartet.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, warnte am Dienstag, dass die Aussichten für die Eurozone angesichts eines enormen Energieschocks im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten und der Blockade der Straße von Hormus hochgradig unsicher bleiben. Obwohl die Energiepreise noch nicht die schlimmsten Szenarien erreicht haben, betonte Lagarde, dass die Aussichten fragil bleiben.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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