Der Marktstratege BNY, Bob Savage, sieht bei Aktien die deutlichste Erholung der Risikobereitschaft, auch wenn die Positionierungen noch unter dem langfristigen Durchschnitt liegen – insbesondere in Südkorea und Taiwan. Während sich die entwickelten Märkte schneller erholen als die Schwellenländer, gilt eine nachhaltige Erholung der Aktienbestände in Südkorea und Taiwan als möglicher Hinweis auf eine breitere Normalisierung der globalen Risikostimmung.
„Während sich die von Risiko getriebenen Kapitalflüsse fortsetzen, bleiben Aktien auf Gesamtmarktebene die Anlageklasse, in der eine Erholung der Risikobereitschaft am deutlichsten sichtbar ist. Unsere Bestandsdaten zeigen jedoch, dass bis zu einer vollständigen Rückkehr zum Durchschnittsniveau noch ein erheblicher Weg vor uns liegt. Dies gilt sowohl für Aktien aus Schwellenländern als auch aus Industrieländern, wobei sich letztere relativ betrachtet stärker erholen.“
„Taiwan und Südkorea gehörten weltweit zu den am stärksten betroffenen Aktienmärkten: Sie waren mit einer schwierigen Kombination aus hoher Sensitivität gegenüber dem globalen KI-Thema und einer erheblichen negativen Betroffenheit durch Probleme in der Energieversorgung konfrontiert. Beide Märkte waren vor Ausbruch des Konflikts stark übergewichtet, und die Folgen waren deutlich: Südkoreanische Aktien verloren vom Höchst- zum Tiefpunkt fast 40 Prozentpunkte (gemessen am gleitenden Zwölfmonatsdurchschnitt) und haben bislang nur einen kleinen Teil dieser Verluste wettgemacht. Dies stellt eine wesentliche Quelle für eine Verschärfung der finanziellen Bedingungen dar, während der neue Gouverneur der Bank of Korea, Shi Shin Hyun-song, sein Amt antritt.“
„Der Rückgang in Taiwan fiel geringer aus, doch die Erholung ist ähnlich schwach. Unter allen Risikoindikatoren betrachten wir eine Erholung der Bestände in diesen beiden Märkten als das klarste Signal für eine globale Rückkehr zu einer normalen Risikostimmung.“
„Die globale Nachfrage bleibt robust, mit lediglich leichten Abflüssen in Kanada, Tschechien, Südkorea und den Philippinen. Deutliche Zuflüsse wurden dagegen in Australien, Norwegen, Schweden, Brasilien, Mexiko, Chile, Ungarn, der Türkei, China und Taiwan verzeichnet. In den Schwellenländern registrierten die Sektoren Industrie, Basiskonsumgüter, Finanzwerte, Informationstechnologie und Versorger durchweg starke Zuflüsse.“
„Der iFlow Mood-Index stieg weiter in den Bereich erhöhter Risikobereitschaft auf 0,258, getragen von einer beschleunigten Nachfrage nach Aktien und näherte sich damit den Höchstständen von Mitte Februar 2026.“