Der Australische Dollar (AUD) steht am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar (USD) unter Druck, da sich der Greenback nach jüngster Schwäche stabilisiert und es AUD/USD ermöglicht, eine vier Tage andauernde Gewinnserie zu beenden. Zum Zeitpunkt der Niederschrift notiert das Paar bei rund 0,7155, nachdem es kurzzeitig die Marke von 0,7200 erreicht hatte, zuletzt im Juni 2022 gesehen, nach der Veröffentlichung der australischen Arbeitsmarktdaten.
Der US-Dollar stabilisiert sich, wobei der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, eine acht Tage andauernde Verlustserie beendet und nahe 98,20 handelt, nachdem er sich von einem Intraday-Tief von 97,83, dem niedrigsten Stand seit dem 2. März, erholt hat.
Die Erholung erfolgt, während geopolitische Schlagzeilen rund um den US-Iran-Konflikt die Märkte nervös halten. Golf- und europäische Beamte sehen laut einem Bloomberg-Bericht eine US-Iran-Vereinbarung, die bis zu sechs Monate zur Finalisierung benötigen könnte. Sie drängen zudem auf eine Verlängerung des aktuellen Waffenstillstands über diesen Zeitraum und fordern die sofortige Wiedereröffnung der Straße von Hormus zur Wiederherstellung der Energieflüsse, mit der Warnung, dass eine anhaltende Störung eine globale Nahrungsmittelkrise auslösen könnte.
Unterdessen haben US- und iranische Verhandlungsführer Berichten zufolge ihre Ambitionen für eine umfassende Friedensvereinbarung zurückgeschraubt und verfolgen stattdessen ein vorläufiges Memorandum, das eine erneute Eskalation verhindern soll, wie zwei iranische Quellen Reuters mitteilten.
Investoren bleiben vorsichtig optimistisch hinsichtlich einer möglichen Einigung, wobei US-Präsident Donald Trump sagte, das nächste Treffen mit Iran könnte am Wochenende stattfinden und er eine Verlängerung des Waffenstillstands in Erwägung ziehen würde, falls nötig, während er zugleich warnte, dass „wenn es keine Einigung mit Iran gibt, die Kämpfe wieder aufgenommen werden.“
Da die Unsicherheit anhält und die Lieferunterbrechungen durch die Straße von Hormus andauern, bleiben die Ölpreise trotz leichter Entspannung von jüngsten Höchstständen erhöht, was die Inflationsrisiken in den Fokus rückt und den Spielraum für kurzfristige Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) verringert.
Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, sagte, der Nahost-Konflikt treibe die Inflation bereits an und fügte hinzu, dass die Geldpolitik „gut positioniert“ sei, trotz der Herausforderungen. Williams erwartet, dass die Inflation in diesem Jahr auf rund 2,75 % bis 3 % steigen wird.
In Australien lieferten die jüngsten Arbeitsmarktdaten gemischte Signale, unterstützten aber insgesamt einen weiterhin widerstandsfähigen Arbeitsmarkt, was die hawkische Haltung der Reserve Bank of Australia (RBA) untermauert. Die Wirtschaft schuf im März 17,9 Tausend Arbeitsplätze, etwas weniger als die erwarteten 20 Tausend und weniger als der vorherige Zuwachs von 49,7 Tausend, während die Arbeitslosenquote zum zweiten Mal in Folge stabil bei 4,3 % blieb.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.
Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.
Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.
Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.
Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.