Das EUR/JPY-Paar handelt mit leichten Verlusten nahe 187,50 im frühen europäischen Handel am Donnerstag. Der japanische Yen (JPY) stärkt sich gegenüber dem Euro (EUR) angesichts von Interventionsängsten seitens der japanischen Behörden. Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama sagte am Donnerstag, sie habe die G7 aufgefordert, die Devisenbewegungen genau zu beobachten.
Die Bank of Japan (BoJ) wird voraussichtlich bis Ende Juni ihren Leitzins auf 1,00 % anheben, wobei fast zwei Drittel der Ökonomen in einer Reuters-Umfrage diese Maßnahme erwarten. Eine Zinserhöhung im April oder Juni wird angesichts der Unsicherheit über die Folgen des Iran-Kriegs als gleichermaßen wahrscheinlich angesehen.
Im Tageschart behält EUR/JPY eine kurzfristig bullische Tendenz bei, da der Kurs deutlich über dem 100-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) liegt. Das Paar drückt an die obere Begrenzung seiner jüngsten Volatilitätsbandbreite, wobei der 14-tägige Relative-Stärke-Index (RSI) knapp unter dem überkauften Bereich bei rund 69 liegt, was auf eine starke Aufwärtsdynamik hinweist, aber auch andeutet, dass die Aufwärtsbewegung überdehnt sein könnte, falls die Gewinne ohne eine korrigierende Pause weiter ansteigen.
Auf der Oberseite wird der erste Widerstand am oberen Bollinger Band bei 187,95 gesehen, mit einem Ziel bei 188,50. Auf der Unterseite würde eine Korrektur wahrscheinlich erste Nachfrage nahe dem Tief vom 13. April bei 186,20 finden. Die nächste Unterstützungsmarke liegt am mittleren Bollinger Band bei 185,00, während ein tieferer Rücksetzer den ansteigenden 100-Tage-EMA bei 182,75 freilegen würde.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.