Das Paar AUD/USD hält während der asiatischen Handelsstunden am Donnerstag positive Notierungen um 0,7180. Der Australische Dollar (AUD) stärkt sich gegenüber dem Greenback vor dem Hintergrund gemischter Wirtschaftsdaten aus Australien und China.
Die am Donnerstag vom Australian Bureau of Statistics (ABS) veröffentlichten Daten zeigten, dass die Arbeitslosenquote im März stabil bei 4,3 % blieb. Die Zahl entsprach dem Marktkonsens. Zudem lag die Veränderung der Beschäftigung in Australien im März bei 17,9K. Dieser Wert folgte auf 49,7K im Februar (revidiert von 48,9K) und verfehlte die Prognose von 20K.
Auf chinesischer Seite stiegen die Einzelhandelsumsätze im März im Jahresvergleich um 1,7 % gegenüber erwarteten 2,3 % und 2,8 % im Vormonat, während die Industrieproduktion mit 5,7 % gegenüber einer Schätzung von 5,5 % und 6,3 % im Februar ausfiel. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im ersten Quartal (Q1) 2026 im Quartalsvergleich um 1,3 % gegenüber einem Wachstum von 1,2 % im vierten Quartal 2025. Der Aussie zieht in unmittelbarer Reaktion auf die gemischten Daten einige Käufer an.
Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den US-Dollar (USD) stärken und dem Paar Gegenwind verleihen. Die Associated Press berichtete am Mittwoch, dass sich die USA und der Iran einer Verlängerung des Waffenstillstands und der Wiederaufnahme von Verhandlungen über ein langfristiges Friedensabkommen nähern. Die Spannungen bleiben jedoch insbesondere über der Straße von Hormus hoch, einem wichtigen Wasserweg für Öl und Gas, der seit Beginn des Krieges vor fast sieben Wochen faktisch geschlossen ist.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.