EUR/USD bleibt nach sieben Gewinntagen unverändert und notiert während der asiatischen Handelszeit am Mittwoch um 1,1790. Das Paar dürfte seine Gewinne ausweiten, da der US-Dollar (USD) angesichts zunehmender Zuversicht, dass die Vereinigten Staaten (US) und der Iran bald die Verhandlungen wieder aufnehmen könnten, schwächer wird, was die Hoffnungen auf eine Einigung zur Beendigung des Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus stärkt.
Die New York Post berichtete, dass US-Präsident Donald Trump signalisierte, die Gespräche könnten diese Woche wieder aufgenommen werden, wobei er gleichzeitig eine 20-jährige Aussetzung des iranischen Atomprogramms ablehnt. Unterdessen hob Vizepräsident JD Vance den „großen Fortschritt“ in der ersten Verhandlungsrunde mit dem Iran in Pakistan hervor, wobei Folgetreffen möglicherweise innerhalb weniger Tage geplant sind.
Gleichzeitig bestätigten schwächer als erwartete US-Daten zum Erzeugerpreisindex (PPI) die Ansicht, dass der Inflationsdruck nachlässt. Besonders auffällig war die Dienstleistungskomponente, die von der Federal Reserve (Fed) genau beobachtet wird, da sie direkte Energie- und tarifbedingte Effekte ausschließt.
Der US-EPI stieg im Monatsvergleich (MoM) um 0,5% und lag damit deutlich unter dem Konsens von 1,2%, während der Kern-EPI mit 0,1% MoM gegenüber den erwarteten 0,6% ausfiel. Im Jahresvergleich stieg der US-EPI im März um 4% und verfehlte damit die Prognose von 4,6%, nachdem er im Februar bei 3,4% lag, während der Kern-EPI mit 3,8% YoY unverändert zum Vormonat blieb.
Der Euro (EUR) findet Unterstützung, da nachlassende Energiepreise der Eurozone Erleichterung verschaffen, da sie Nettoimporteur von Rohöl und Erdgas ist. Die Märkte rechnen mit einer moderaten Straffung durch die Europäische Zentralbank (EZB) auf der Sitzung am 30. April sowie mit zwei weiteren Zinserhöhungen in diesem Jahr.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte, die Zentralbank sei gut auf die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Iran vorbereitet, warnte jedoch davor, die Auswirkungen des Schocks zu früh abzutun.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.