Das Paar USD/JPY gewinnt während der asiatischen Handelsstunden am Freitag an Stärke und erreicht rund 159,15. Anhaltende Sorgen bezüglich der Straße von Hormus und des Nahen Ostens treiben den US-Dollar (USD) gegenüber dem japanischen Yen (JPY) weiter nach oben. Die Händler werden den US-Verbraucherpreisindex (VPI) für März, der später am Freitag veröffentlicht wird, genau beobachten.
US-Präsident Donald Trump erklärte am späten Dienstag, dass er zugestimmt habe, „die Bombardierung und Angriffe auf den Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen“, unter der Bedingung, dass der Iran die Straße von Hormus wieder öffnet. Am Freitagmorgen warf Trump dem Iran vor, „sehr schlechte Arbeit“ bei der Handhabung des Öls durch die wichtige Wasserstraße zu leisten.
Er fügte hinzu, dass er erwartet, dass der Iran den Bedingungen eines Waffenstillstands, die seiner Aussage nach vor den geplanten Verhandlungen an diesem Wochenende vereinbart wurden, nachkommt, und warnte, dass er andernfalls groß angelegte Angriffe auf das Land anordnen werde. US-Vizepräsident JD Vance sowie die leitenden Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner werden sich am Samstag in Pakistan zu Gesprächen über ein mögliches langfristiges Abkommen mit dem Iran treffen.
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi erklärte, dass die Regierung einen Plan prüft, ab Anfang Mai zusätzliche Ölreserven für etwa 20 Tage freizugeben. Dieser Schritt zielt darauf ab, die inländische Energieversorgung angesichts anhaltender Störungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu stabilisieren.
Die Märkte rechnen bei der bevorstehenden geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan (BoJ) im April mit einer möglichen Zinserhöhung, die den JPY stützen und dem Paar entgegenwirken könnte. Tomohisa Fujiki von Citi Research wies darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit für diese geldpolitische Anpassung bis zu 70 % beträgt.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.