USD/CAD gewinnt nach vier Verlusttagen an Boden und notiert während der asiatischen Handelszeit am Freitag bei rund 1,3820. Das Paar wertet auf, da der rohstoffgebundene kanadische Dollar (CAD) angesichts niedrigerer Ölpreise schwächelt, da Kanada der größte Rohöl-Exporteur in die Vereinigten Staaten (US) ist.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl hält die Verluste nach einer Phase der Volatilität und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 91,80 USD pro Barrel. Der WTI-Preis liegt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts für die Woche über 11,5 % im Minus, nachdem sich die USA und der Iran auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand geeinigt haben.
Die Rohölpreise könnten jedoch wieder zulegen, da israelische Angriffe auf den Libanon und die anhaltende Schließung der Straße von Hormus die diplomatischen Bemühungen belasten. Israels Premierminister Benjamin Netanyahu sagte, es gebe „keinen Waffenstillstand im Libanon“ und Israel werde „die Hisbollah mit voller Kraft weiter angreifen“, während das Militär des Landes neue Angriffe startete.
Reuters berichtete, dass ein Beamter des US-Außenministeriums bestätigte, dass nächste Woche Gespräche zwischen Libanon und Israel in Washington, DC, stattfinden werden. „Wir können bestätigen, dass das Ministerium nächste Woche ein Treffen ausrichten wird, um die laufenden Waffenstillstandsverhandlungen mit Israel und dem Libanon zu besprechen“, sagte ein US-Beamter.
Die Protokolle der März-Sitzung der US-Notenbank (Fed) deuten darauf hin, dass die Zentralbank eine abwartende Haltung einnimmt, während sie anerkennt, dass inflationsbedingte Risiken im Zusammenhang mit höheren Ölpreisen ausgewogener werden. Händler warten auf den US-Verbraucherpreisindex (CPI), der später während der nordamerikanischen Sitzung veröffentlicht wird.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.