AUD/USD notiert am Dienstag im Aufwärtstrend, da der US-Dollar (USD) aufgrund wachsender Erwartungen, dass der Konflikt im Nahen Osten bald enden könnte, nachgibt und risikosensitive Währungen wie der Australische Dollar (AUD) profitieren.
Zum Zeitpunkt der Erstellung notiert AUD/USD bei rund 0,6885 und stoppt damit eine fünf Tage andauernde Talfahrt. Unterdessen notiert der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, nahe 99,90 und gibt nach, nachdem er zuvor am Tag frische Zehn-Monats-Hochs bei 100,64 erreicht hatte.
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte, Iran sei bereit, den Krieg zu beenden, suche jedoch Garantien. Dies folgt auf einen Bericht des Wall Street Journal vom Dienstag, wonach Donald Trump seinen Beratern mitgeteilt habe, er sei bereit, die US-Militärkampagne gegen Iran zu beenden, selbst wenn die Straße von Hormus weitgehend geschlossen bleibt.

Aus technischer Sicht versucht AUD/USD nach dem Abrutschen auf Zwei-Monats-Tiefs eine Erholung, wobei erste Anzeichen einer Stabilisierung sichtbar werden. Die Momentum-Indikatoren deuten auf eine vorsichtige Erholung hin, da der Relative Strength Index (RSI) nahe 40 notiert und sich von den jüngsten bärischen Niveaus nach oben zu drehen beginnt.
Der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator liegt weiterhin unterhalb sowohl der Signallinie als auch der Nulllinie, was darauf hinweist, dass das bärische Momentum noch vorhanden ist, obwohl der Abwärtsdruck nachzulassen scheint, da das Histogramm zu schrumpfen beginnt.
Auf der Oberseite fungiert die Zone um 0,6900 als unmittelbarer Widerstand, die zuvor als wichtige Unterstützung diente. Ein Durchbruch über diesen Bereich könnte den Weg in Richtung der psychologischen Marke von 0,7000 öffnen, die eng mit dem 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 0,7021 zusammenfällt.
Auf der Unterseite wird unmittelbare Unterstützung am 100-Tage Simple Moving Average (SMA) bei rund 0,6815 gesehen. Ein Tagesschlusskurs unter diesem Niveau könnte das nächste bärische Ziel nahe der psychologischen Marke von 0,6700 freilegen, einer früheren Ausbruchszone.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.