EUR/USD steigt am Donnerstag leicht an, da der Euro (EUR) nach der geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) an Stärke gewinnt, während der US-Dollar (USD) nach einer Reihe von Zentralbankentscheidungen breit nachgibt. Sowohl die Bank of Japan (BoJ) als auch die Bank of England (BoE) hielten ihre Zinsen hawkisch, was dazu beiträgt, die vorherigen USD-Gewinne, die durch die geldpolitische Ankündigung der Federal Reserve (Fed) ausgelöst wurden, wieder zurückzunehmen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar bei rund 1,1529 und liegt damit fast 0,67 % über dem Vortag. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, fällt unterdessen auf etwa 99,60, nachdem er zuvor am Tag bei 100,31 seinen Höchststand erreicht hatte.
Die EZB beließ ihre Leitzinsen unverändert, wobei der Einlagenzins bei 2,00 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 % und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,40 % lagen. In ihrer Erklärung warnte die EZB, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die Unsicherheit deutlich erhöht habe, was Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum darstelle.
Der EZB-Rat erklärte, dass er gut positioniert sei, um mit dieser Unsicherheit umzugehen, und entschlossen bleibe, sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig auf dem Ziel von 2 % stabilisiert wird.
Die Zentralbank bekräftigte, dass sie weiterhin einen datenabhängigen und sitzungsbezogenen Ansatz verfolgen werde, um die angemessene geldpolitische Haltung zu bestimmen. Sie betonte, dass Zinsentscheidungen von ihrer Einschätzung des Inflationsausblicks und der damit verbundenen Risiken geleitet werden, und hob hervor, dass sie sich nicht auf einen bestimmten Zinsverlauf festlege.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte, dass fiskalische Unterstützung zur Bewältigung des Energieschocks temporär und zielgerichtet sein sollte, und warnte, dass steigende Energiepreise die Inflation kurzfristig über 2 % anheben werden. Sie fügte hinzu, dass eine schwächere Markstimmung die Nachfrage dämpfen könnte, während die Risiken für die Wachstumsaussicht weiterhin nach unten geneigt seien.
Trotz dieses vorsichtigen Tons rechnen die Märkte zunehmend mit einer möglichen Zinserhöhung bis Juli, mit der Möglichkeit einer weiteren Maßnahme bis zum Jahresende, falls der Inflationsdruck hoch bleibt.
Die EZB-Projektionen zeigen eine deutliche Verschlechterung des makroökonomischen Ausblicks mit schwächerem Wachstum und höherer Inflation sowohl im Basisszenario als auch unter ungünstigen Bedingungen. (Quelle: EZB, Projektionen März 2026)
