USD/CAD reduziert die Gewinne aus der vorherigen Sitzung und handelt am Donnerstag während der asiatischen Handelszeiten nahe 1,3720. Das Paar schwächt sich, da der rohstoffgebundene kanadische Dollar (CAD) sich stärkt, unterstützt durch die steigenden Ölpreise nach neuen Angriffen auf die wichtige Energieinfrastruktur im Nahen Osten, die Bedenken über Störungen der globalen Öl- und Gasversorgung verstärken.
Iran startete Raketenangriffe auf eine katarische Anlage, die die weltweit größte LNG-Exportanlage beherbergt, als Teil einer breiteren Eskalation nach einem israelischen Angriff auf Irans Gasfeld South Pars. US-Präsident Donald Trump sagte, er sei im Voraus über den israelischen Angriff informiert gewesen, forderte jedoch Zurückhaltung gegenüber weiteren Angriffen auf iranische Energieanlagen.
Die Bank of Canada (BoC) beließ ihren Leitzins am Mittwoch wie erwartet unverändert bei 2,25%. Ihre Erklärung spiegelte jedoch eine vorsichtigere Perspektive wider und verwies auf schwächere Wachstumsaussichten und das Risiko steigender Inflation. Die Entscheidungsträger stellten fest, dass die aktuellen Daten zeigten, dass die wirtschaftliche Aktivität hinter den Erwartungen zurückblieb, wobei die Risiken zunehmend auf ein langsameres Wachstum hindeuteten. Sie warnten auch, dass höhere Benzinpreise und anhaltende Spannungen im Nahen Osten die Inflation kurzfristig ansteigen lassen könnten.
In seiner Pressekonferenz betonte Gouverneur Tiff Macklem, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts von dessen Dauer abhängen werden und fügte hinzu, dass die politischen Entscheidungen von Sitzung zu Sitzung getroffen werden. Macklem wies auch darauf hin, dass ein langanhaltender Konflikt die Zusammensetzung des Wirtschaftswachstums verändern könnte.
Unterdessen hielt die Federal Reserve (Fed) die Zinsen bei ihrer Sitzung im März stabil bei 3,50%–3,75%. Fed-Vorsitzender Jerome Powell deutete an, dass die Inflation zwar allmählich zurückgehen werde, der Fortschritt jedoch langsamer als zuvor erwartet sein könnte, wobei steigende Ölpreise im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt wahrscheinlich die Inflation kurzfristig anheben werden.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.