Das Paar USD/JPY handelt im asiatischen Handel am Donnerstag im negativen Bereich um 159,70. Der japanische Yen (JPY) legt gegenüber dem Greenback zu, da Befürchtungen über Interventionen durch die japanischen Behörden bestehen. Die Märkte werden vorsichtig vor der geldpolitischen Entscheidung der Bank of Japan (BoJ) am Donnerstag.
Die japanische Zentralbank hat die Zinssätze im Dezember auf ein 30-Jahres-Hoch von 0,75% angehoben und signalisiert, dass sie bereit ist, die Kreditkosten weiter zu erhöhen, wenn Japan weiterhin Fortschritte bei der dauerhaften Erreichung seines Inflationsziels von 2% unterstützt durch Lohnsteigerungen macht. Es wird allgemein erwartet, dass die BoJ ihren Leitzins während ihrer Sitzung, die am Donnerstag endet, bei 0,75% belässt. Händler werden die Pressekonferenz des Gouverneurs der BoJ, Kazuo Ueda, genau beobachten, um Hinweise auf den nächsten Schritt zu erhalten.
Der Anstieg der Ölpreise durch den Iran-Krieg könnte die Unternehmensgewinne und die Wirtschaft durch steigende Kraftstoffkosten belasten. Dies könnte der Regierung von Japans Premierministerin Sanae Takaichi einen weiteren Grund geben, sich gegen eine frühzeitige Zinserhöhung zu wehren, was den JPY belasten könnte. Trotz der erhöhten Unsicherheit durch den Iran-Krieg sehen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von etwa 60% für eine weitere Zinserhöhung im April.
Andererseits könnte eine verbale Intervention von japanischen Beamten den Rückgang des JPY begrenzen und dem Paar Gegenwind geben. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama sagte, dass die jüngsten Währungsbewegungen nicht mit den Fundamentaldaten übereinstimmen, und wiederholte Warnungen vor möglichen Maßnahmen der Behörden. Sie fügte hinzu, dass sie die Finanzmärkte mit einem extrem hohen Maß an Wachsamkeit beobachtet.
Auf der USD-Seite hielt die Fed die Zinssätze auf ihrer Sitzung im März am Mittwoch stabil und belässt den Leitzins im Zielbereich von 3,5% bis 3,75%. Die Zentralbank signalisierte, dass sie weiterhin mit einer Zinssenkung in diesem Jahr rechnet, obwohl die Händler ihre Wetten auf Zinssenkungen im Jahr 2026 zurückziehen.
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.