Das USD/INR-Paar scheint am Montag auf einen Allzeithochschluss bei etwa 92,80 vorbereitet zu sein. Das Paar handelt stark höher, da die indische Rupie (INR) unter intensivem Verkaufsdruck steht, während der Krieg im Nahen Osten, an dem die Vereinigten Staaten (US), der Iran und Israel beteiligt sind, die Ölpreise in die Höhe getrieben hat.
WTI-Futures an der NYMEX notieren während des europäischen Handels 12% höher bei fast 100 USD. Der Ölpreis stieg im asiatischen Handel auf fast 113,00 USD, da Luftangriffe auf mehrere iranische Depots durch die USA und Israel im Rahmen einer gemeinsamen Operation am Wochenende Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheitsrisiken auslösten.
Dennoch hat der Ölpreis einen Großteil seiner frühen Gewinne aufgegeben, nachdem Berichte zeigten, dass die G7-Mitglieder und die Internationale Energieagentur (IEA) die Freigabe von Notfallölreserven diskutieren werden.
Trotzdem bleiben die höheren Ölpreise ein zentrales Anliegen für die indische Rupie, da Währungen von Ländern wie Indien, die stark auf Öleinfuhr angewiesen sind, um ihren Energiebedarf zu decken, sehr empfindlich auf Änderungen des Ölpreises reagieren.
In der Zwischenzeit hat die Intervention der Reserve Bank of India (RBI) im Devisenmarkt während des Eröffnungshandels zur Unterstützung der indischen Rupie gegen einseitige übermäßige Bewegungen nicht auf das USD/INR-Paar gewirkt. Laut einem Bericht von Reuters hat die indische Zentralbank wahrscheinlich US-Dollar verkauft, um die INR zu unterstützen, berichtet Reuters.
Zusätzlich zur Schwäche der indischen Rupie hat ein stärkerer US-Dollar (USD) inmitten der risikoscheuen Marktstimmung ebenfalls das USD/INR-Paar gestärkt. Zum Zeitpunkt der Presseberichterstattung notiert der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen abbildet, 0,5% höher bei fast 99,35.
Auf makroökonomischer Ebene werden die Anleger den Verbraucherpreisindex (VPI) für Februar sowohl aus den USA als auch aus Indien im Blick haben, der am Mittwoch bzw. Donnerstag veröffentlicht wird.
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.