Die dovishe Haltung der RBNZ in der letzten Woche belastete den neuseeländischen Dollar stark, da die Zentralbank signalisierte, dass die Geldpolitik noch einige Zeit akkommodierend bleiben würde und eine Zinserhöhung später im Jahr 2026 möglich, aber nicht vollständig eingepreist ist. Die Markteinschätzungen für eine Zinserhöhung bis Ende des Jahres wurden stark gesenkt, wobei nun nur noch eine Erhöhung favorisiert wird, im Vergleich zu zwei vor der Entscheidung, und eine Bewegung im September nun nur eine Wahrscheinlichkeit von 40 % hat. Auf der US-Seite hob das 6-3-Urteil des Obersten Gerichtshofs am Freitag die IEEPA-Zölle der Regierung auf, was Trump dazu veranlasste, zu drohen, einen neuen globalen Zoll von 15 % gemäß Abschnitt 122 des Handelsgesetzes einzuführen, der in den kommenden Monaten in Kraft treten soll. Der Wechsel von IEEPA zu Abschnitt 122 bringt neue Handelsunsicherheiten mit sich, obwohl die gesetzliche Obergrenze von 150 Tagen für die neuen Zölle und die Aussicht auf über 160 Milliarden Dollar an Rückerstattungen für Importeure als teilweise Gegenmaßnahme für die Risikostimmung wirken könnten. Redner der Federal Reserve (Fed) dominieren den US-Kalender am Dienstag, während am Mittwoch die Veröffentlichung des australischen CPI ansteht, die sich auf Kiwi-Kreuzungen auswirken könnte.
Im Tageschart fiel NZD/USD am Montag um 0,34 %, testete kurz unter 0,5960, bevor er sich wieder in Richtung 0,6000 erholte, nachdem ein bullischer Versuch zu Beginn der Sitzung ins Stocken geriet. Das Paar hält sich über dem steigenden 50-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 0,5915 und dem 200-Tage-EMA bei 0,5860, was den breiteren Aufwärtstrend vom Swing-Tief Ende November nahe 0,5600 aufrechterhält. Der Stochastische Oszillator hat bärisch gekreuzt und fällt durch den Mittelpunkt, was darauf hindeutet, dass das Momentum nach dem Rückzug vom Jahreshoch bei 0,6094 schwächer wird. Eine Ansammlung von breiten Kerzen mit wechselnder Richtung in den letzten Sitzungen deutet auf eine unruhige, zweiseitige Preisbewegung hin, anstatt auf einen klaren Trend. Die unmittelbare Unterstützung liegt beim Sitzungstief von 0,5956 und der psychologischen Marke von 0,5900, während der Widerstand bei 0,6000 und dann dem Hoch von 0,6094 liegt; ein Durchbruch darüber würde 0,6200 anvisieren, aber ein Verlust von 0,5900 könnte den 50-Tage-EMA exponieren.

Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.