Das Paar USD/CAD driftet während der asiatischen Handelsstunden am Montag auf etwa 1,3665 nach unten, belastet von niedrigeren Rohölpreisen und der Unsicherheit über US-Zölle. Händler warten auf die Veröffentlichung des US-Erzeugerpreisindex (EPI) für Januar, der später am Freitag fällig ist.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat die umfassenden Zölle von Präsident Donald Trump, die er unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verfolgt hat, aufgehoben, einem Gesetz, das für den Einsatz in nationalen Notfällen gedacht ist. Trump hat darauf reagiert, indem er das Gericht scharf kritisierte und einen pauschalen Zuschlag von 15 % auf Importe verhängte, was den US-Dollar (USD) untergräbt.
Ökonomen sagten, dass die meisten kanadischen Exporte bereits von den IEEPA-Zöllen ausgenommen waren, während produktspezifische Zollmaßnahmen, die ein größeres Problem für die kanadische Wirtschaft darstellten, von der Gerichtsentscheidung nicht betroffen waren.
Unterdessen könnten anhaltende geopolitische Risiken die Rohölpreise ansteigen lassen und dem rohstoffgebundenen Loonie Unterstützung bieten. Die New York Times berichtete am Sonntag, dass Trump begrenzte Luftangriffe auf den Iran in Betracht zieht. Er sagte, dass, wenn Diplomatie oder ein anfänglicher gezielter US-Angriff nicht dazu führen, dass der Iran seinen Forderungen nachgibt, sein Atomprogramm aufzugeben, er in den kommenden Monaten einen viel größeren Angriff in Betracht ziehen werde.
Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein großes Ölexportland ist und hohe Rohölpreise im Allgemeinen einen positiven Einfluss auf den CAD haben. Die nächste Runde der Gespräche zwischen den USA und dem Iran wird am Donnerstag in Genf stattfinden. Trump erwägt jedoch Optionen für US-Maßnahmen, falls die Verhandlungen scheitern.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.