Das Paar USD/CAD handelt in der frühen europäischen Sitzung am Freitag im negativen Bereich nahe 1,3695. Der Kanadische Dollar (CAD) stärkt sich gegenüber dem Greenback angesichts höherer Rohölpreise. Händler warten auf die kanadischen Einzelhandelsumsätze sowie auf den vorläufigen Bericht zum US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal und die Daten zum Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) der USA.
Persistente geopolitische Risiken treiben die Rohölpreise in die Höhe und bieten dem rohstoffgebundenen Loonie Unterstützung. US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, dass Iran höchstens 10 bis 15 Tage Zeit habe, um einen Deal über sein Atomprogramm zu schließen, so Bloomberg. Trump fügte hinzu, dass „wirklich schlimme Dinge passieren werden“, wenn kein Deal mit Iran zustande kommt, und dass die USA auf die eine oder andere Weise einen Deal erzielen werden. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutendes Ölexportland ist und hohe Rohölpreise in der Regel einen positiven Einfluss auf den CAD haben.
Andererseits könnten stärkere als erwartete US-Wirtschaftsdaten und eine hawkishere Perspektive der Federal Reserve (Fed) den US-Dollar (USD) gegenüber dem CAD stützen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sanken in der Woche bis zum 14. Februar auf 206.000, wie das US-Arbeitsministerium (DOL) am Donnerstag mitteilte. Dieser Wert lag unter dem Marktkonsens von 225.000 und unter dem revidierten Wert von 229.000 der Vorwoche.
Die Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) der USA, dem von der Fed bevorzugten Inflationsindikator, für Dezember werden später am Freitag veröffentlicht, um Hinweise auf die US-Geldpolitik zu geben. Auch die vorläufige Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das vierte Quartal wird veröffentlicht. Eine überraschende negative Abweichung in den Berichten könnte den USD kurzfristig nach unten ziehen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.