Das Paar EUR/USD verliert im frühen europäischen Handel am Mittwoch an Boden und wird durch die erneute Nachfrage nach dem US-Dollar (USD) unter Druck gesetzt. Händler bereiten sich auf die Protokolle des Federal Open Market Committee (FOMC) vor, die später am Mittwoch veröffentlicht werden und Hinweise auf zukünftige Zinssenkungen geben könnten.
Die Verbesserung der Wachstumsaussichten in den USA, das Geschäftsklima und die Erwartungen, dass US-Präsident Donald Trump vor den Zwischenwahlen in diesem Jahr weniger aggressiv auftreten wird, bieten etwas Unterstützung für den Greenback und wirken als Gegenwind für das Hauptpaar.
„Eine wachstumsorientierte und weniger politisch volatile Trump-Administration vor den Zwischenwahlen wird zusätzliche Unterstützung bieten“, sagte Dan Tobon, Leiter der G10-FX-Strategie bei Citi in New York. „Wir denken, dass die tierischen Geister ein wenig zurückkehren werden. All diese Dinge zusammen sollten unserer Meinung nach tatsächlich recht positiv für den Dollar sein.“
Andererseits könnten Hoffnungen auf die US-Iran-Verhandlungen riskantere Anlagen wie die Gemeinschaftswährung ankurbeln. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sagte am Dienstag, dass man sich mit den USA über die wichtigsten „Leitprinzipien“ zur Beilegung ihres Streits über das Atomprogramm Teherans verständigt habe. Allerdings sagten Beamte, dass noch Arbeit zu leisten sei.
Die Aufmerksamkeit wird sich am Freitag auf die vorläufigen Werte des Einkaufsmanager-Index (EMI) aus der Eurozone und Deutschland richten. Wenn die Daten stärkere als erwartete Ergebnisse zeigen, könnte dies den EUR kurzfristig gegenüber dem USD stützen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.