TradingKey – Am 25. August US-Ostküstenzeit stufte die Wall-Street-Investmentbank Raymond James Advanced Micro Devices (AMD) von "Outperform" auf "Strong Buy" hoch und merkte an, dass deren strategische Positionierung auf dem Server-CPU-Markt die langjährige Dominanz von Intel (INTC) herausfordern dürfte.
Unterdessen hob Raymond James das Kursziel für AMD von 565 US-Dollar auf 641 US-Dollar an, was einem Aufschlag von rund 40 % gegenüber dem Schlusskurs von 456,75 US-Dollar am 24. August entspricht. Bei Redaktionsschluss lag die AMD-Aktie im vorbörslichen Handel mit plus 2,98 % bei 470,34 US-Dollar.

[Quelle: TradingView]
Simon Leopold, Analyst bei Raymond James, weitete den Analyserahmen der "AI Factory" auf den Server-CPU-Markt aus und betonte, dass sich mit dem rasanten Wachstum der Einsatzskalierung von KI-Rechenzentrumsbeschleunigern auch die Rolle der CPU verändere: Sie sei nicht mehr bloß ein herkömmlicher Prozessor, sondern müsse zudem die Abläufe der Beschleuniger koordinieren und Inferenz-Workloads verwalten.
Die Bank prognostiziert, dass der Server-CPU-Markt bis 2030 voraussichtlich auf etwa 201 Milliarden US-Dollar wachsen wird, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 44 % entspricht. Dies liegt unter AMDs eigener Marktbewertungsschätzung von 220 Milliarden US-Dollar.
Leopold hob in dem Bericht hervor, dass AMD das stärkste Gewinnwachstumspotenzial im Halbleitersektor aufweise und im Rechenzentrumsgeschäft bei der Positionierung sowie beim Potenzial zum Ausbau von Marktanteilen führend unter den Wettbewerbern sei. Angesichts der sprunghaft steigenden CPU-Nachfrage baut AMD seine Marktanteile gegenüber Intel beschleunigt aus.
Laut Statistiken von Mercury Research überstieg der Anteil von AMD an den weltweiten Auslieferungen von x86-Prozessoren im zweiten Quartal 2026 erstmals 30 % und erreichte 30,7 %, während Intel auf 69,3 % fiel – damit überschritt AMD zum ersten Mal seit 1995 die Marke von 30 %. Im Marktsegment der Server-CPUs stieg der Anteil von AMD auf 34,5 %, was einem Zuwachs von 7,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Im zweiten Quartal 2026 erreichte der Gesamterlös von AMD mit 11,5 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchststand, was einem Anstieg von 50 % gegenüber dem Vorjahr entspricht; das Rechenzentrumsgeschäft trug 6,7 Milliarden US-Dollar bei – ein Plus von 107 % gegenüber dem Vorjahr –, wobei dessen Anteil am Gesamterlös von 42 % im Vorjahreszeitraum auf 58 % sprang.
Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der letzten zwölf Monate liegt bei AMD über 115, das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei rund 18. Der Analystenkonsens an der Wall Street für AMD lautet "Strong Buy" – 27 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf ("Buy"), 6 stufen sie mit "Hold" ein; das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 647 US-Dollar.

[Quelle: TipRanks]
Allerdings teilen nicht alle Institute diesen einheitlichen Optimismus. Obwohl Phillip Securities die Einstufung "Buy" beibehielt, senkte das Haus seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026 um 8 %. Als Hauptgrund wurde die anhaltende Schwäche im PC-Client-Markt genannt: Die Auslieferungen von Desktop-CPUs gingen im zweiten Quartal im Jahresvergleich um mehr als 20 % zurück, während sich die DIY-Nachfrage aufgrund von Preiserhöhungen bei Speicherbausteinen und SSDs abschwächte.
Die Heraufstufung durch Raymond James verleiht den Optimisten bei AMD neuen Auftrieb. Allerdings befindet sich die aktuelle Bewertung von AMD bereits auf einem hohen Niveau; sollte sich das Wachstumstempo im Rechenzentrumsbereich in den kommenden Quartalen verlangsamen, wird das derzeitige KGV von über 115 auf die Probe gestellt.