Citi rechnet nach der Schwächephase im Sommer mit einer Erholung bei Halbleiteraktien. In einer Mitteilung an Kunden schrieb die Bank am Dienstag, ein dichter Konferenzkalender und eine robuste Nachfrage aus dem Rechenzentrumsbereich dürften einen Sektor stützen, der zuvor den Erwartungen davongelaufen war.
Der Philadelphia Semiconductor Index sei im Sommer um 18 % gefallen, nachdem „die Branche auf hohe Erwartungen und eine moderate Verlangsamung der Gewinndynamik“ getroffen sei, erklärte Citi.
Dennoch erwartet die Bank mit Blick auf ihre Global-TMT-Konferenz eine Erholung. Dort rechne man mit „positiven Kommentaren zu Halbleitern, angeführt von AMD, MRVL, LITE, ALAB und Halbleiteranlagenwerten“, schrieben die Analysten.
Die Nachfrage aus Rechenzentren bleibt der Mitteilung zufolge stark und steht für 34 % des gesamten adressierbaren Marktes der Branche. Auch die Bereiche Auto und Industrie, die zusammen auf 21 % kommen, setzten ihre Erholung fort.
Schwach bleibe dagegen die Nachfrage nach PCs und Mobiltelefonen, die 42 % des Marktes ausmachen. Als Belastungsfaktoren nannte Citi steigende Speicherkosten und Angebotsengpässe.
Nach den jüngsten Quartalszahlen und der Hot-Chips-Konferenz blickt die Bank optimistischer auf zentrale Prozessoren. Citi hob seine Prognose für den CPU-Markt bis 2030 auf 237 Milliarden Dollar an, nach 29 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 52 %.
Damit liegt Citi über den Prognosen von AMD, Arm und Nvidia. Als wichtigsten Profiteur der von der Bank bezeichneten „CPU-Renaissance“ sieht Citi AMD, während Intel als zweiter Gewinner gelten dürfte.
Zudem erhöhte Citi den Ausblick für die Ausgaben für Wafer-Fertigungsausrüstung und verwies dabei auf ein stärkeres Investitionsmodell der Hyperscaler. Im optimistischen Szenario für 2028 sieht die Bank nun Ausgaben von nahezu 300 Milliarden Dollar. Im Basisszenario rechnet Citi mit 257 Milliarden Dollar nach zuvor 250 Milliarden Dollar.