USD/IDR verliert am zweiten Handelstag in Folge an Boden und notiert am Freitag in den frühen europäischen Handelsstunden bei rund 17.750. Die Abwärtsbewegung des Paares könnte jedoch begrenzt bleiben, da der US-Dollar (USD) Boden gutmacht, während sich Anleger vor der bevorstehenden Rede von Federal-Reserve-(Fed)-Chef Kevin Warsh auf dem jährlichen Jackson-Hole-Symposium vorsichtig verhalten, wo die Märkte Klarheit über die künftige Richtung der US-Zinsen erhoffen.
Der Greenback erhält zudem Unterstützung durch stärker als erwartete US-Inflationsdaten, die Anfang dieser Woche veröffentlicht wurden. Die höheren Inflationszahlen haben die Markterwartungen an eine weitere Zinserhöhung vor Jahresende verstärkt, wobei das CME FedWatch Tool derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 74% für eine Zinserhöhung im Dezember anzeigt. Umgekehrt erwarten Händler, dass die Zentralbank bei ihrer unmittelbar bevorstehenden Sitzung im September abwartet und preisen eine 65%ige Chance ein, dass die Zinsen vorerst unverändert bleiben.
Analysten der Deutschen Bank heben hervor, dass "vor diesem Hintergrund die Anleiherenditen gestern leicht gestiegen sind, obwohl dies eher mit dem Anstieg der Öl- und Gaspreise als mit den Kommentaren der Fed zu tun hatte." Sie weisen darauf hin, dass "die Treasury-Renditen entlang der gesamten Kurve moderat gestiegen sind, wobei die 2-Jahres-Rendite (+2,2 Basispunkte) auf 4,23%, die 10-Jahres-Rendite (+2,9 Basispunkte) auf 4,68% und die 30-Jahres-Rendite (+2,6 Basispunkte) auf 5,19% gestiegen sind."
Darüber hinaus könnte die indonesische Rupiah (IDR) angesichts der weiterhin fragilen Stimmung am heimischen Markt vor Gegenwind stehen. Die Vorsicht der Anleger wird vor allem durch die großen Proteste in Jakarta ausgelöst, die Sorgen über mögliche politische Unruhen geweckt haben, die an frühere Marktturbulenzen erinnern.
Gleichzeitig beobachten Marktteilnehmer die anstehenden Wirtschaftsdaten und politischen Entwicklungen genau. Zu den wichtigsten Daten, die im Fokus stehen, gehören die Inflationszahlen für August, wobei mit El-Niño-bedingten Wetterrisiken die Befürchtungen über steigende Lebensmittelpreise zugenommen haben, sowie die Handelsdaten für Juli, nachdem die Berichte für Juni den anhaltenden Druck durch volatile globale Energiemärkte unterstrichen hatten. Darüber hinaus warten Anleger auf offizielle Mitteilungen des Repräsentantenhauses zur Bestätigung des Kandidaten für das Amt des Gouverneurs der Bank Indonesia.
DBS Group Research argumentiert, dass die Anhörungen verdeutlicht hätten, wie "die sich wandelnden wirtschaftlichen Herausforderungen eine engere Koordination zwischen fiskalischen und geldpolitischen Behörden erfordern, angesichts der Art der Schocks, die von Geopolitik über interventionistische Handelspolitik bis hin zu Volatilität an den Finanzmärkten reichen." Ihrer Ansicht nach schienen die Äußerungen des designierten Gouverneurs "zu betonen, dass politische Synergien die Glaubwürdigkeit der Zentralbank stärken und nicht beeinträchtigen müssen, was einen heiklen Balanceakt erfordert," wobei DBS zudem hervorhebt, dass der künftige Gouverneur voraussichtlich "die volle fünfjährige Amtszeit an der Spitze der Zentralbank absolvieren wird."
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.