Carsten Brzeski von ING warnt davor, dass der Aufstieg der AfD zur laut Umfragen stärksten Partei Deutschlands erhebliche Unsicherheit für die künftige Politik der Eurozone mit sich bringt. Er verweist auf frühere Forderungen der Partei nach einem Austritt aus dem Euro und einer Rückkehr zu geldpolitischer Souveränität und stellt diesen ein jüngeres, deutlich gemäßigteres wirtschaftspolitisches Positionspapier gegenüber. Für die Märkte bleibe dennoch unklar, welchen wirtschaftspolitischen Kurs eine von der AfD geführte Regierung auf Landes- oder Bundesebene tatsächlich einschlagen würde.
„Hinter diesen drei Kopf-an-Kopf-Rennen verbirgt sich eine größere Geschichte, der Märkte und Unternehmen deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken sollten als bisher: der Aufstieg der AfD zur größten politischen Partei Deutschlands – zumindest den Umfragen zufolge.“
„In der Wirtschaftspolitik bleibt die AfD eine Wundertüte. Was sie tatsächlich will, ist unklar; Widersprüche sind keine Seltenheit, und nur sehr wenig wurde bislang verbindlich zu Papier gebracht.“
„Das Bundeswahlprogramm 2025, das vor der Bundestagswahl einstimmig verabschiedet wurde und weiterhin das verbindliche Parteiprogramm darstellt, enthält ein ganzes Kapitel, in dem der Austritt Deutschlands aus dem Euro, die Rückkehr zu einer nationalen Währung, die Rückführung der Goldreserven und eine ‚Monetarisierung‘ der Target-2-Salden gefordert werden. Zudem sprach sich die Partei für höhere Renten aus.“
„Anfang dieses Jahres veröffentlichte die AfD-Bundestagsfraktion ein Positionspapier zur Wirtschaftspolitik. Verglichen mit dem Wahlprogramm von 2025 fallen vor allem die gestrichenen Forderungen ins Auge.“
„Selbst wenn man die Frage der Finanzierung außer Acht lässt, bleibt völlig unklar, welche Art von Wirtschaftspolitik ein Bundesland – oder das gesamte Land – unter einer Regierungsbeteiligung der AfD bekommen würde.“