Wells Fargo Economics um Tom Porcelli und seine Kollegen rechnet für Juli mit einem moderaten Anstieg der Verbraucherausgaben. Die nominalen persönlichen Einkommen dürften um 0,3 Prozent und die Ausgaben um 0,2 Prozent zugelegt haben. Zugleich verweisen die Ökonomen auf den nachlassenden Rückenwind durch Steuerrückerstattungen, wodurch die Nachfrage stärker vom Einkommenswachstum abhängt. Beim PCE-Preisindex zeichnet sich eine allmähliche Entspannung ab. Sowohl die Gesamt- als auch die Kernrate dürften sich abschwächen, aber weiterhin über dem Inflationsziel der US-Notenbank Fed liegen.
„Die Verbraucherausgaben scheinen sich im Juli behauptet zu haben. Wir rechnen nominal mit einem Plus von 0,2 Prozent. Zwar enttäuschten die Einzelhandelsumsätze insgesamt, die Schwäche war jedoch größtenteils auf niedrigere Benzinpreise und einen ungewöhnlich starken Rückgang im Versand- und Onlinehandel zurückzuführen. Letzteres dürfte damit zusammenhängen, dass der Amazon Prime Day in diesem Jahr bereits im Juni stattfand. Bereinigt um diese Sondereffekte legten die Umsätze der Kontrollgruppe ohne den Versand- und Onlinehandel um 0,4 Prozent zu. Das liegt knapp über dem Durchschnitt der vergangenen sechs Monate und deutet auf eine stabile zugrunde liegende Güternachfrage hin.“
„Für die Märkte ist allerdings entscheidender, wie es von hier aus weitergeht. Der Schub durch die überdurchschnittlich hohen Steuerrückerstattungen, die den Haushalten geholfen hatten, höhere Benzinpreise abzufedern, ist inzwischen weitgehend ausgelaufen. Damit hängen die Konsumausgaben zunehmend vom zugrunde liegenden Einkommenswachstum ab. Wir erwarten, dass die nominalen persönlichen Einkommen im Juli um 0,3 Prozent gestiegen sind.“
„Dennoch dürften sich die real verfügbaren Einkommen weiter schrittweise verbessern. Bleibt die Lage am Arbeitsmarkt stabil, dürfte sich auch das Wachstum gegenüber dem Vorjahr in den kommenden Monaten leicht beschleunigen und damit die Verbraucherausgaben weiter stützen.“
„Bei der Inflation rechnen wir nicht mit größeren Überraschungen. Die jüngsten Verbraucher- und Erzeugerpreisdaten deuten für Juli auf einen Anstieg des PCE-Preisindex um 0,1 Prozent hin. Dadurch dürfte die Jahresrate auf 3,6 Prozent sinken. Für die Kernrate des PCE-Preisindex erwarten wir im Monatsvergleich ein Plus von 0,2 Prozent, womit die Jahresrate bei 3,3 Prozent liegen dürfte.“
„Die Inflation liegt zwar weiterhin über dem Ziel der Fed, die jüngsten Daten sprechen jedoch für einen allmählichen Rückgang des zugrunde liegenden Preisdrucks.“