Der Gouverneur der Bank of England (BoE), Andrew Bailey, erläutert die Entscheidung, den Leitzins nach der geldpolitischen Sitzung im Juli mit 6 zu 3 Stimmen bei 3,75 % zu belassen, und beantwortet Fragen der Presse.
Wichtige Erkenntnisse
"Die wirtschaftliche Aktivität im Vereinigten Königreich bleibt gedämpft, der Arbeitsmarkt ist schwach."
"Es gibt keine Hinweise auf Zweitrundeneffekte, aber daraus lässt sich nicht allzu viel Zuversicht ableiten."
"Wir sind bereit, unseren Kurs anzupassen, sobald sich die Datenlage weiterentwickelt."
"Es wird erwartet, dass indirekte Inflationseffekte die Inflation in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 um 0,5 Prozentpunkte erhöhen."
"Obwohl die Inflationserwartungen der Haushalte gesunken sind, bleiben sie erhöht."
"Die schwache Nachfrage begrenzt die Weitergabe höherer Kosten an die Preise."
"Die ungenutzten Kapazitäten am Arbeitsmarkt dürften die Fähigkeit der Arbeitnehmer, Lohnerhöhungen durchzusetzen, verringern."
Die Bank of England (BoE) legt die Geldpolitik Großbritanniens fest. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität mit einer Inflationsrate von 2 %. Änderungen des Leitzinses wirken sich unmittelbar auf den Wert des britischen Pfunds aus.
Wenn die Inflation das Ziel der Bank of England übersteigt, reagiert sie mit Zinserhöhungen, was es für Privatpersonen und Unternehmen teurer macht, Kredite aufzunehmen. Dies ist positiv für das Pfund, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für globale Investoren attraktiver machen.
In Krisenzeiten greift die Bank of England zu außergewöhnlichen Maßnahmen wie der sogenannten quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE). Diese Politik wird angewandt, wenn Zinssenkungen nicht ausreichen, um das Finanzsystem wieder in Gang zu bringen. QE bedeutet, dass die Bank of England große Mengen an Geld druckt, um Vermögenswerte – in der Regel Staatsanleihen oder hoch bewertete Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstituten zu kaufen. Dies soll die Kreditvergabe ankurbeln, hat jedoch oft zur Folge, dass das Pfund Sterling an Wert verliert.
Die sogenannte Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) und wird in Phasen einer erstarkenden Wirtschaft und steigender Inflation angewendet. Während die Bank of England im Rahmen von QE Staats- und Unternehmensanleihen erwirbt, um die Kreditvergabe anzukurbeln, stellt sie bei QT diese Käufe ein und reinvestiert fälliges Kapital aus bereits gehaltenen Anleihen nicht. QT gilt in der Regel als förderlich für die Stabilität des britischen Pfunds.