EUR/CAD setzt seine Gewinne den zweiten Tag in Folge fort und wird am Donnerstag während der europäischen Handelszeiten bei rund 1,6100 gehandelt. Das Währungspaar bleibt stärker, da der Euro (EUR) nach der Veröffentlichung der saisonbereinigten Handelsbilanzdaten der Eurozone, die im Mai ein Defizit von 7,8 Milliarden Euro zeigten und damit von einem vorherigen Überschuss von 1,3 Milliarden Euro auf ein Defizit umschwangen, seine Position hält.
Der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank und EZB-Ratsmitglied Marin Kocher sagte am Mittwoch, dass er derzeit keine Zweitrundeneffekte der Inflation sehe, die Bank jedoch „bereit sei zu handeln“, falls dies notwendig werde. Später am Mittwoch bekräftigte auch der Präsident der Bundesbank und ebenfalls EZB-Mitglied Joachim Nagel, dass es aus geldpolitischer Sicht ratsam bleibe, „entschlossen zu handeln“, wenn nötig.
Der Euro findet Unterstützung, da hawkishe Kommentare von EZB-Politikern eine unerwartete Kontraktion der Industrieproduktion der Eurozone im Mai ausgleichen und Zinserhöhungserwartungen für später in diesem Jahr aufrechterhalten. Diese Widerstandsfähigkeit erstreckte sich auf das EUR/CAD-Paar, das an Dynamik gewann, während der rohstoffgebundene Kanadische Dollar unter dem Gewicht fallender Rohölpreise schwächer wurde.
Die Ölpreise geben nach, trotz eskalierender Spannungen zwischen den USA und Iran sowie wachsender Risiken für die Energieversorgung durch die wichtige Straße von Hormus. Nach einem US-Angriff auf iranische Küstenverteidigungen und Raketenstellungen am Mittwoch, ausgelöst durch eine neu verhängte Marineblockade, warnte Teheran, dass es regionale Energieexporte stoppen könnte und erklärte, sich in einem „existenziellen Krieg“ mit den Vereinigten Staaten zu befinden.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.