Die Renditen der US-Staatsanleihen fielen über die gesamte Kurve hinweg nach der Wiedereröffnung der Straße von Hormus, was den Inflationsdruck verringerte und die Ölpreise nachgab. Gleichzeitig steigt der US-Dollar-Index (DXY), der die Performance des Dollars gegenüber einem Korb von sechs Währungen misst, um über 0,22 % auf 101,62.
Die Rendite der US-Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit fällt um fast 10 Basispunkte, ein Rückgang von 2 % auf 4,40 % zum Zeitpunkt der Berichterstattung. West Texas Intermediate (WTI), der US-Rohöl-Benchmark, verliert 4 % und wird bei etwa 70,00 USD pro Barrel gehandelt.
Die Breakeven-Raten für 5 und 10 Jahre, ein marktbasierter Indikator für Inflationserwartungen, liegen bei 2,24 % bzw. 2,21 %, nachdem sie Mitte April mit 2,72 % bzw. 2,5 % ihren Höchststand erreicht hatten.

Sinkende Ölpreise und Befürchtungen einer möglichen Angebotsunterbrechung belasteten die US-Renditen, die letzte Woche stark gestiegen waren, aufgrund der restriktiven Haltung der Federal Reserve, die die Wahrscheinlichkeit höherer Zinsen gegen Ende des Jahres erhöhte.
Für die bevorstehende Sitzung am 29. Juli wird erwartet, dass die Fed die Zinsen unverändert lässt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 %. Es besteht jedoch eine moderate 40%ige Chance, dass die Entscheidungsträger den Leitzins basierend auf den eingehenden Daten anheben.
Der US-Wirtschaftskalender wird voll sein, wobei Händler den Fokus auf das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, den Kern-PCE-Preisindex, die BIP-Zahlen für das erste Quartal 2026, die Auftragseingänge für langlebige Güter und die Arbeitslosenanträge legen.

Zinssätze sind der Preis für das Leihen von Geld und werden sowohl von Finanzinstituten an Kreditnehmer als auch an Sparer ausgezahlt. Zentralbanken beeinflussen sie durch ihre Leitzinsentscheidungen, um die Wirtschaft zu stabilisieren und die Inflation im Zielbereich von etwa 2 % zu halten.
Höhere Zinssätze stärken in der Regel die Währung eines Landes, da sie es für globale Investoren attraktiver machen, ihr Geld dort anzulegen.
Hohe Zinsen setzen den Goldpreis unter Druck, da Anleger höhere Renditen bei zinstragenden Anlagen erzielen können. Ein starker US-Dollar, der oft mit steigenden Zinsen einhergeht, senkt zusätzlich den Goldpreis, da Gold in Dollar notiert wird und ein stärkerer Dollar die Kaufkraft anderer Währungen verringert.
Der Fed-Funds-Zins ist der Übernachtzins, zu dem sich US-Banken gegenseitig Geld leihen. Dieser Leitzins wird in den geldpolitischen Sitzungen der Federal Reserve festgelegt und beeinflusst maßgeblich das Verhalten der Finanzmärkte. Die Markterwartungen in Bezug auf künftige Zinssätze werden durch das CME FedWatch Tool erfasst, das eine Orientierungshilfe für Investoren bietet.