Die Produzenteninflation in den Vereinigten Staaten (US), gemessen an der Veränderung des Erzeugerpreisindex (EPI), stieg im Mai auf 6,5 % und erreichte damit den höchsten Stand seit November 2022, nach 5,7 % im April, berichtete das US Bureau of Labor Statistics am Donnerstag. Dieser Wert lag über der Markterwartung von 6,4 %.
Im Monatsvergleich stieg der EPI um 1,1 %, verglichen mit der Markterwartung von 0,7 %.
In diesem Zeitraum erhöhte sich der Kern-EPI auf Jahresbasis um 4,9 %, was dem Wert vom April entspricht, jedoch deutlich unter der Markterwartung von 5,4 % liegt.
Der US-Dollar (USD) bleibt in der frühen amerikanischen Sitzung am Donnerstag gegenüber seinen wichtigsten Rivalen widerstandsfähig. Die risikoscheue Marktstimmung, nachdem US-Präsident Donald Trump sagte, dass sie "Iran heute Nacht sehr hart treffen werden", hilft dem USD, trotz gemischter Produzenteninflationszahlen seine Position zu halten.
Die EPI-Werte für Mai scheinen keinen signifikanten Einfluss auf die Marktbewertung des geldpolitischen Ausblicks der Federal Reserve zu haben. Obwohl die Kernproduzenteninflation schwächer als erwartet ausfiel, sehen Anleger laut dem CME FedWatch Tool immer noch eine etwa 70%ige Wahrscheinlichkeit, dass die Fed den Leitzins bis Ende 2026 um mindestens 25 Basispunkte anheben wird.
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.
In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.
Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.