Der Goldpreis (XAU/USD) zieht am frühen Mittwoch im asiatischen Handel einige Verkäufer an und fällt auf rund 4.720 USD. Das Edelmetall sinkt, da erneute Störungen in der Straße von Hormus Inflationsängste schüren.
Bloomberg berichtete am Mittwoch, dass US-Präsident Donald Trump den Waffenstillstand mit dem Iran verlängern wird, bis die Gespräche zwischen den beiden Ländern Fortschritte gemacht haben. Trumps Ankündigung klang deutlich anders als noch am frühen Tag, als er sagte: „Ich erwarte zu bombardieren“, falls der Iran seine Bedingungen nicht erfülle, und fügte hinzu, das Militär sei „bereit zum Einsatz“.
Steigende Energiekosten schüren Inflationsängste und erhöhen die Hürden für Zinssenkungen. Gold wird oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt, bringt aber keine Zinsen, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Die heißer als erwarteten US-Einzelhandelsumsätze könnten jedoch den US-Dollar (USD) stärken und den auf USD lautenden Rohstoffpreis belasten. Daten des US Census Bureau vom Dienstag zeigten, dass die Einzelhandelsumsätze in den Vereinigten Staaten im März um 1,7 % MoM stiegen, verglichen mit einem Anstieg von 0,7 % (revidiert von 0,6 %) im Februar. Dieser Wert lag über dem Marktkonsens von 1,4 %. Auf Jahresbasis stiegen die Einzelhandelsumsätze im März um 4,0 % und entsprachen damit dem Wert vom Februar.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.