Der Devisenstratege Lloyd Chan von MUFG sieht in verbesserten diplomatischen Signalen im Nahen Osten einen Treiber für eine höhere Risikobereitschaft an den Märkten. Dies habe den US-Dollar geschwächt und asiatische Währungen gestützt. Gleichzeitig sorgten jedoch weiterhin hohe kurzfristige US-Renditen für Rückhalt beim Dollar, während die Anleihemärkte vorsichtig blieben. Chan betont, dass sich asiatische Währungen in Erwartung einer rascheren Lösung erholt hätten, warnt jedoch, dass die jüngsten Gewinne anfällig seien, sollte die Diplomatie ins Stocken geraten.
„Am Devisenmarkt hat der US-Dollar angesichts der verbesserten Risikostimmung ebenfalls nachgegeben, doch die weiterhin hohen kurzfristigen US-Zinsen sorgen für ein unterstützendes Carry-Umfeld für den Dollar, wobei die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen weiterhin über dem effektiven Fed-Funds-Satz liegt (wenn auch rückläufig). Es scheint, dass die Anleihemärkte weiterhin eine gewisse Vorsicht gegenüber der Entspannungserzählung signalisieren.“
„Gleichzeitig haben sich asiatische Währungen erholt, da die Märkte eine schnellere Lösung einpreisen. Sollte es tatsächlich einen raschen oder glaubwürdigen Weg zu einer Lösung geben, könnte der jüngste Optimismus anhalten und unsere mittelfristige Einschätzung einer letztlichen Dollar-Schwäche untermauern. Scheitert die Diplomatie jedoch und lässt der Optimismus nach, könnte der Dollar länger unterstützt bleiben, während die jüngsten Gewinne asiatischer Währungen angesichts weiterhin hoher Energiepreise anfälliger erscheinen.“
„Ermutigend ist zudem das starke Wachstum der Hightech-Produktion in China, das die Exportdaten Taiwans für März bestätigt, die einen kräftigen Anstieg um 61,8 Prozent im Jahresvergleich zeigten, vor allem getragen von Halbleitern und Elektronik. Dies stützt unsere Einschätzung, dass der Technologiezyklus in der Region intakt bleibt. Vor diesem Hintergrund dürften technologieorientierte Währungen wie TWD, KRW, SGD und MYR weiterhin profitieren.“