Der Analyst Stéphane Alby von BNP Paribas bewertet die Auswirkungen des Konflikts auf die Golfstaaten. Demnach sind die Ölexporte durch die Straße von Hormus erheblich gestört. Besonders stark betroffen sind Bahrain, Kuwait und Katar, während Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate teilweise von den gestiegenen Ölpreisen profitieren. Trotz einer wahrscheinlichen Abschwächung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und Belastungen für Tourismus, Transport und Immobilien sorgen solide makroökonomische Fundamentaldaten sowie große Staatsfonds für Stabilität. Zugleich könnten erhöhte geopolitische Risiken künftige ausländische Investitionen bremsen.
„Die Wiederöffnung der Straße von Hormus wird entscheidend sein. Abgesehen von Oman verfügen nur Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate über die Möglichkeit, die Straße von Hormus zu umgehen – allerdings nur in begrenztem Umfang.“
„Für diese drei Länder dürfte der Anstieg der globalen Ölpreise den Rückgang der Exportmengen teilweise ausgleichen.“
„Angesichts der großen Bedeutung von Kohlenwasserstoffen für die Golfwirtschaften ist in diesem Jahr ein Rückgang des regionalen Bruttoinlandsprodukts wahrscheinlich.“
„Glücklicherweise sind die makroökonomischen Fundamentaldaten der Golfstaaten solide genug, um den Schock abzufedern.“
„Die Widerstandsfähigkeit der Golfwirtschaften gegenüber einem solchen Schock ist daher sehr hoch. Kurzfristig ist jedoch mit einer Verschiebung der Prioritäten hin zur Unterstützung der eigenen Volkswirtschaften zu rechnen – und damit mit einer Abschwächung der ausländischen Investitionen.“