Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat am Dienstag bei der US Securities and Exchange Commission (SEC) einen Registrierungsantrag für einen börsengehandelten Fonds (ETF) mit dem Namen Goldman Sachs Bitcoin Premium Income eingereicht. Ziel des geplanten Fonds ist es, laufende Erträge zu generieren, indem er ein Engagement in bitcoinbezogenen Anlagen aufbaut.
Der Fonds wird nicht direkt in Bitcoin investieren, sondern mindestens 80 Prozent seines Nettovermögens sowie etwaige Fremdmittel in Instrumente anlegen, die eine Bitcoin-Exponierung ermöglichen. Dazu zählen Spot-Bitcoin-ETPs, Optionen auf solche Produkte sowie Optionen auf entsprechende Indizes. Das Engagement kann direkt oder über eine vollständig kontrollierte Tochtergesellschaft auf den Cayman Islands erfolgen.
Der ETF soll eine aktiv gemanagte Optionsstrategie verfolgen, bei der Kaufoptionen auf Bitcoin-ETPs verkauft werden, um Prämieneinnahmen zu erzielen. Diese Prämien sollen die zentrale Quelle für Ausschüttungen an Anleger darstellen.
Der Anteil der abgesicherten Positionen dürfte unter normalen Marktbedingungen zwischen 40 und 100 Prozent der Bitcoin-Exponierung des Fonds liegen.
Die Strategie kann zudem FLEX-Optionen, andere börsengehandelte Optionen sowie außerbörsliche Derivate (OTC) einbeziehen. Laut Antrag gilt der Fonds als nicht diversifiziert und kann daher „einen größeren Anteil seines Vermögens in weniger Emittenten investieren als diversifizierte Fonds“.
Bis zu 25 Prozent des Gesamtvermögens können in eine Tochtergesellschaft auf den Cayman Islands, das Goldman Sachs Bitcoin Premium Income Portfolio CFC, investiert werden. Diese Struktur ermöglicht es, in Spot-Bitcoin-ETPs zu investieren, ohne bestimmten regulatorischen Beschränkungen für in den USA zugelassene Fonds zu unterliegen.
Die Tochtergesellschaft kann zudem festverzinsliche Wertpapiere als Sicherheiten halten. Außerhalb dieser Struktur sind die Anlagen auf liquide Mittel und US-Staatsanleihen beschränkt. Dem Antrag zufolge kann ein Teil der Ausschüttungen steuerlich als Kapitalrückzahlung behandelt werden.
Die sogenannte Covered-Call-Strategie wandelt die Volatilität von Bitcoin in laufende Erträge um, indem Optionsprämien vereinnahmt werden, während das Aufwärtspotenzial oberhalb des Ausübungspreises begrenzt wird. In seitwärts tendierenden oder fallenden Märkten kann sie eine direkte Bitcoin-Anlage übertreffen, ebenso bei moderaten Kursanstiegen, bei denen Prämieneinnahmen geringere Kursgewinne ausgleichen.
Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas erklärte, die Struktur des Produkts sei darauf ausgelegt, regulatorische Beschränkungen bei Rohstoffanlagen zu umgehen. Er verwies dabei auf ein ähnliches Produkt von BlackRock, das auf einer Struktur nach dem Securities Act von 1933 basiert.
„Dies ist eine Anmeldung nach dem ‚40 Act‘, daher muss eine Cayman-Tochter genutzt werden, um regulatorische Beschränkungen beim Halten von Rohstoffen zu umgehen. BlackRock hat hingegen ein ähnliches Produkt nach dem ‚33 Act‘“, schrieb Balchunas am Dienstag auf der Plattform X.
Er ergänzte, die Strategie ziele darauf ab, die Nachfrage von Anlegern nach Bitcoin-Engagement bei geringerer Volatilität zu bedienen und dabei laufende Erträge im Austausch für begrenzte Kurschancen zu bieten.
Bitcoin wurde am Dienstag zuletzt bei 74.200 US-Dollar gehandelt und lag damit binnen 24 Stunden um 0,1 Prozent im Minus.