Die Ökonomen Bernd Weidensteiner und Christoph Balz von der Commerzbank weisen darauf hin, dass jüngste Indikatoren zum US-Arbeitsmarkt, insbesondere die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft sowie die geleisteten Arbeitsstunden, ungewöhnlich stark schwanken und häufiger revidiert werden. Dies erschwere die Einschätzung der Lage durch die Federal Reserve und die zeitliche Steuerung der Geldpolitik.
„Die US-Arbeitsmarktdaten sind seit mehreren Monaten ungewöhnlich volatil, und die Zahlen werden häufig deutlich nachträglich korrigiert. Das erschwert die Interpretation neuer Daten, was auch für die Fed eine Herausforderung darstellt.“
„Erschwerend kommt hinzu, dass die Daten offenbar anfälliger für Revisionen geworden sind – und das nicht nur im Rahmen der jährlichen Anpassungen. Mit jedem neuen Arbeitsmarktbericht werden die Daten der beiden Vormonate überarbeitet.“
„Beobachtern bleibt kaum etwas anderes übrig, als sich auf längerfristige Trends zu stützen. Ein solcher Durchschnitt deutet darauf hin, dass sich das Beschäftigungswachstum wahrscheinlich knapp oberhalb der Nulllinie stabilisiert hat.“
„Aus makroökonomischer Sicht ist die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden aller Beschäftigten sogar noch wichtiger als die reinen Beschäftigtenzahlen. Zwar signalisiert ein deutlicher Stellenaufbau in der Regel eine robuste wirtschaftliche Expansion. Wenn die Beschäftigten gleichzeitig im Durchschnitt weniger Stunden arbeiten, könnte das gesamte Arbeitsvolumen tatsächlich gesunken sein.“
„Letztlich ist es wichtiger denn je, alle relevanten Daten umfassend zu betrachten, um die entscheidenden Trends am Arbeitsmarkt zu erkennen. Angesichts dieser Komplexität dürfte das Risiko gestiegen sein, dass geldpolitische Maßnahmen zu spät ergriffen werden.“