Der Schatzmeister Australiens, Jim Chalmers, sagte am Mittwoch, dass der Iran-Krieg einen weiteren Viertelprozentpunkt zur Gesamtinflation hinzufügen und die negativen Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verdoppeln könnte.
Das Finanzministerium modelliert zwei Szenarien - Öl bleibt im ersten Halbjahr bei 100 USD pro Barrel oder erreicht 120 USD und benötigt drei Jahre, um wieder auf den Preis vor dem Konflikt zurückzukehren.
Im Vergleich zu den Modellierungen des Finanzministeriums vor einer Woche deuten die neuesten Zahlen darauf hin, dass der Iran-Krieg einen weiteren Viertelprozentpunkt zur Gesamtinflation hinzufügen und die negativen Auswirkungen auf das BIP verdoppeln könnte.
Die neuesten Schätzungen sehen die Gesamtinflation kurzfristig um 0,75 Prozentpunkte höher und im verlängerten Szenario um 1,25 Prozentpunkte höher.
Im kurzfristigen Fall würde die Produktion um 0,2% niedriger sein, etwa zur Mitte dieses Jahres.
In beiden Szenarien ist die Aussicht, dass die Inflation in diesem Jahr in den hohen 4er-Bereich oder sogar höher steigt, sehr real.
Im verlängerten Szenario wäre das BIP 2027 um 0,6% niedriger und selbst bis 2029 würde es immer noch unter dem Niveau liegen, das es ohne den Konflikt erreicht hätte.
Etwa die Hälfte der Auswirkungen auf das BIP ist auf die Auswirkungen höherer Ölpreise zurückzuführen. Die andere Hälfte ist auf breitere Konsequenzen zurückzuführen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Währungspaar AUD/USD um 0,22% höher bei 0,7120.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.