Der Analyst Alex Loo von TD Securities stellt fest, dass Chinas Wirtschaft stark in das Jahr 2026 gestartet ist. Industrieproduktion und Exporte hätten positiv überrascht, während sich die Anlageinvestitionen dank quasi-fiskalischer Maßnahmen erholt hätten. Gleichzeitig bergen jedoch steigende Ölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten sowie unsichere Handelsgespräche zwischen den USA und China – einschließlich einer möglichen Absage eines China-Besuchs von Donald Trump – Abwärtsrisiken für die Prognose eines Wirtschaftswachstums von 4,6 Prozent im Jahr 2026.
„Während China mit weiteren externen Gegenwinden konfrontiert ist – etwa einem Ölpreisschock infolge des Konflikts im Nahen Osten sowie schwierigen Handelsverhandlungen mit den USA – erwarten wir, dass die Behörden ihre fiskalische Unterstützung verstärken, falls der verarbeitende Sektor deutlich höhere Inputpreise verkraften muss, die Unternehmen in den kommenden Monaten zu Produktionskürzungen zwingen könnten.“
„Sollten die Ölpreise in den kommenden drei Monaten um die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel verharren, erwarten wir, dass die Behörden gezielte Unterstützungsmaßnahmen beschließen, etwa Steuererleichterungen und Subventionen, um kleine und mittlere Unternehmen sowie Hersteller zu stützen.“
„Daher gehen wir davon aus, dass Peking den Fokus stärker auf die Auswirkungen auf das Wachstum als auf die Inflation legen wird. Das würde bedeuten, dass vor allem die Fiskalpolitik gefordert ist und weniger die Geldpolitik.“
„Wir halten an unserer BIP-Prognose von 4,6 Prozent für 2026 fest, da die Wachstumsbelastung durch den Ölpreisschock voraussichtlich erst später im Jahr sichtbar wird und die Behörden über ausreichend fiskalischen Spielraum verfügen, um dem entgegenzuwirken.“
„Sollte Trump seine China-Reise absagen, dürften die Märkte dies als Zeichen interpretieren, dass sich die Beziehungen zwischen den USA und China erneut verschlechtern. US-Vertreter könnten dann einen deutlich härteren Kurs einschlagen – etwa durch die Wiedereinführung von Zöllen –, um China an den Verhandlungstisch zu bringen, was die Märkte verunsichern könnte.“