Der Politiker der Europäischen Zentralbank (EZB) und Chef der niederländischen Zentralbank, Olaf Sleijpen, sagte in einem Interview mit Reuters, dass die Geldpolitik gut aufgestellt sei und die Zentralbank mit einem leichten Inflationsüberschuss umgehen könne.
So wie im Fall eines Unterschreitens können wir auch einen kleinen Inflationsüberschuss tolerieren.
Ich habe meine Sicht auf die geldpolitische Perspektive nicht dramatisch verändert.
Wir sind immer noch in einer guten Lage.
Wir haben aus den Jahren 2021/22 gelernt, aber Vergleiche mit der aktuellen Situation sind nicht ganz gültig.
Wir fühlen uns wohl dabei, Goldreserven bei der Fed zu halten, und sind zuversichtlich in Bezug auf die Swap-Linien der Fed.
Es scheint keine unmittelbare Auswirkung der Kommentare von EZB Sleijpen auf den Euro (EUR) zu geben. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt EUR/USD nahezu unverändert um 1,1600.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.