Die Devisenstrategen Shaun Osborne und Eric Theoret von Scotiabank sehen den US-Dollar auf breiter Front fester, da an den Finanzmärkten wieder die Risikoscheu überwiegt. Aktien geraten unter Druck, während die Ölpreise steigen. Der US-Dollar-Index (DXY) habe seinen seit den Höchstständen Ende Juni anhaltenden Abwärtstrend im Bereich der Unterstützung bei 100,5 Punkten zunächst gestoppt. Das Kursbild zum Wochenschluss berge jedoch weiterhin das Risiko eines bärischen technischen Signals. Zudem halten die Experten die am Geldmarkt eingepreisten Erwartungen einer Zinserhöhung der US-Notenbank bis zum Jahresende für überzogen, was bei einer Neubewertung der Swap-Kurve den Dollar belasten dürfte.
„Die Bewegungen an den Finanzmärkten heute Morgen spiegeln insgesamt eine klassische Flucht aus risikoreichen Anlagen wider. Die Aktienmärkte stehen angesichts neuer Sorgen um den Technologie- und Halbleiterzyklus sowie der eskalierenden Angriffe zwischen den USA und dem Iran breit unter Druck. An den Anleihemärkten legen die Kurse in den wichtigsten Märkten überwiegend zu, wobei US-Staatsanleihen leicht besser abschneiden.“
„Der seit dem Hoch Ende Juni anhaltende Abwärtstrend des DXY hat sich in dieser Woche nach den schwachen Inflationsdaten fortgesetzt, allerdings hat die Unterstützung im Bereich von 100,5 Punkten bislang gehalten. Der US-Dollar hat sich zum Wochenschluss zwar etwas stabilisiert, dennoch droht dem DXY weiterhin ein bärisches Wochenschluss-Signal, das auf weitere Verluste hindeuten würde, sofern es im weiteren Handelsverlauf nicht zu einer deutlichen Erholung kommt.“
„Grundsätzlich halten wir die am OIS-Markt eingepreisten Erwartungen einer Zinserhöhung der Fed bis zum Jahresende weiterhin für überzogen. Der US-Dollar dürfte nachgeben, sobald die Swap-Kurve entsprechend neu bewertet wird.“