Gold (XAU/USD) handelt am Mittwoch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 4.620 Dollar und liegt damit im Tagesverlauf um 0,83% im Minus. Der Abwärtsdruck auf das Edelmetall verstärkt sich nach der Veröffentlichung der bevorzugten Inflationskennzahl der Federal Reserve (Fed) leicht, obwohl die Daten die Markterwartungen für die Sitzung der Notenbank im September kaum verändern.
Das Bureau of Economic Analysis (BEA) berichtet, dass der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) im Juli im Jahresvergleich um 3,7% gestiegen ist, unverändert gegenüber Juni, aber leicht über den von den Märkten erwarteten 3,6%. Der PCE-Kernpreisindex, der volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert, blieb im Juli im Jahresvergleich bei 3,3% und entsprach damit den Markterwartungen. Auf Monatsbasis stiegen sowohl der PCE-Preisindex als auch der PCE-Kernpreisindex um 0,2%.
Der leicht stärker als erwartete Gesamtwert übt zunächst etwas Abwärtsdruck auf Gold aus, da anhaltende Inflation die Argumente für weiterhin hohe US-Zinsen stützen könnte. Der Bericht scheint jedoch nicht stark genug zu sein, um die Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve wesentlich zu verändern.
Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von rund 36% für eine Zinserhöhung auf der September-Sitzung der Fed ein, womit die Wahrscheinlichkeit von etwa 64% bleibt, dass die Kreditkosten unverändert bleiben. Diese Wahrscheinlichkeiten ähneln weitgehend denen vor der Veröffentlichung der PCE-Daten.
Die begrenzte Reaktion der Zinserwartungen deutet darauf hin, dass Anleger den Bericht im Großen und Ganzen als vereinbar mit dem bestehenden geldpolitischen Ausblick ansehen. Während sich die Headline-PCE-Inflation etwas hartnäckiger als erwartet erweist, entspricht die Kernkennzahl, die für zugrunde liegende Inflationstrends genau beobachtet wird, exakt den Erwartungen.
Auch geopolitische Entwicklungen bleiben im Fokus. Der iranische stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi sagte, dass das vorübergehende Transitabkommen mit Oman nicht bedeute, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet worden sei, und fügte hinzu, dass die Wasserstraße geschlossen bleiben werde, bis die Vereinigten Staaten (US) ihre Verpflichtungen im Rahmen des Memorandum of Understanding (MoU) erfüllen.
Die Marktaufmerksamkeit richtet sich nun auf die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium für Wirtschaftspolitik am Freitag. Die Veranstaltung könnte sich für die Finanzmärkte als besonders bedeutsam erweisen, da Anleger Warshs Äußerungen genau auf frische Signale zum geldpolitischen Ausblick der Fed vor der Sitzung im September prüfen werden. Jeder Hinweis darauf, dass die Zentralbank dazu neigt, die Zinsen unverändert zu lassen oder eine weitere Anhebung in Betracht zu ziehen, könnte Volatilität beim US-Dollar, bei den Renditen von US-Staatsanleihen und folglich bei Gold auslösen.
Im Ein-Stunden-Chart notiert XAU/USD bei 4.620,38 USD und hält eine konstruktive kurzfristige Tendenz, da der Kurs sowohl über dem 100-Perioden Simple Moving Average (SMA) bei 4.606,20 USD als auch über dem 200-Perioden-SMA bei 4.502,80 USD bleibt. Diese Positionierung deutet darauf hin, dass Rücksetzer weiterhin vom breiteren Aufwärtstrend gestützt werden, auch wenn die Preise jüngst unter ihre aufsteigende Trendlinie gefallen sind. Der Relative Strength Index (RSI) nahe 41,00 lässt nachlassendes Aufwärtsmomentum erkennen und signalisiert, dass die Bullen frischen Impuls benötigen könnten, um die darüberliegenden Barrieren klar zu überwinden.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung bei der horizontalen Marke von 4.607,18 USD, die eng vom 100-Perioden-SMA bei 4.606,20 USD bestätigt wird, während tiefere Nachfrage in der Nähe des 200-Perioden-SMA bei 4.502,80 USD erwartet wird. Auf der Oberseite befindet sich der unmittelbare Widerstand um die horizontale Widerstandsmarke von 4.697,00 USD; ein nachhaltiger Ausbruch über diese Niveaus würde den Weg für eine stärkere bullische Fortsetzung im kurzfristigen Bereich öffnen.
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